Matthias Höhn

1.000 Kraniche und eine Hoffnung

1.000 Kraniche und eine Hoffnung

Sadako Sasaki – der Name sagt kaum jemandem etwas. Sadako Sasaki war ein japanisches Mädchen und ihre Geschichte kennen wir vermutlich alle, haben sie in der Schule gehört, haben von ihr gelesen. Das Mädchen Sadako war gerade zweieinhalb Jahre alt, als am 6. August 1945 über ihrer Heimatstadt Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen wurde. Mehr als 70.000 Menschen starben sofort, verbrannten, verdampften regelrecht in der Hitze, heißer als die Sonne - Sadako Sasaki überlebte. Ein Jahr später belief sich die Zahl der Opfer des ersten Atombombenabwurfs auf 170.000 - auch jetzt lebte Sadako noch. Sie war gerade 11 Jahre alt, als bei ihr im Jahr 1954 Leukämie diagnostiziert wurde, sie ein Opfer der Spätfolgen wurde.

Im Krankenhaus erzählte ihr eine Freundin von der alten japanischen Legende, wonach einen Wunsch bei den Göttern frei habe, wer 1.000 Origami-Kraniche aus Papier falte. In der Hoffnung auf Genesung, begann die Schülerin Kraniche zu falten. 1.000 und mehr Kraniche faltete sie und starb am 25. Oktober 1955. Ihre Hoffnung auf Heilung hat sich nicht erfüllt. Ihre Geschichte aber machte die gefalteten Papierkraniche zu einem Symbol der Friedensbewegung und zu einem Zeichen des Widerstandes gegen den Atomkrieg.

Die Geschichte von Sadako berührt noch heute, 68 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945, ebenso wie die Bilder von eingebrannten menschlichen Schatten an Hauswänden und Brücken, wie die Bilder unendlicher Ödnis und atomarer Verwüstung.

Noch heute - das gilt auch für die Gefahr atomarer Konflikte, für ein Arsenal an Atomwaffen, mit dem man die Erde immer noch zigfach in kleinste Stücke sprengen könnte und für den Drang so mancher Herrscher in den Besitz dieser schrecklichen Waffen zu kommen.

Dabei haben Hiroshima und Nagasaki gezeigt: Wer auf Atomwaffen setzt, riskiert die Zukunft. Wer von "präventiven Kriegen" redet und von Plänen für einen "nuklearen Erstschlag" nicht lässt, hat nicht verstanden, wird wohl nie verstehen.

DIE LINKE gedenkt der Opfer der atomaren Bombardierung der Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Der qualvolle Tod Hunderttausender mahnt uns, weiterhin und konsequent für die internationale Ächtung von Atomwaffen einzutreten. Für uns gibt es zur weltweiten atomaren Abrüstung keine Alternative: Entwicklung, Produktion, Lagerung und Weitergabe müssen unterbunden werden.

Wie immer ist es gut, bei sich selbst anzufangen: DIE LINKE fordert den Abzug und die Zerstörung der letzten auf deutschem Territorium verbliebenen Atomwaffen. Eine Welt ohne Atomwaffen ist möglich und sie ist notwendig.