Arbeitszeitverkürzung

Die Wirtschaftskrise bedroht hunderttausende Arbeitsplätze. Offiziell sind bereits 3,5 Millionen Menschen erwerbslos. Hinzu kommen Millionen Menschen in Minijobs oder in Teilzeit, die gerne länger arbeiten würden.

Gleichzeitig müssen viele, die eine Vollzeitstelle haben, sehr lange arbeiten. Im Durchschnitt waren das im Jahr 2007 mehr als 40 Stunden pro Woche. Das ist fast eine Stunde mehr als 2003. Das ist auch länger als in vielen anderen europäischen Ländern.

Drei von vier Beschäftigten in Deutschland sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit. Vollzeitbeschäftigte wünschen sich oft eine kürzere Arbeitszeit, Teilzeitbeschäftigte eine längere. Im Schnitt liegt die gewünschte Arbeitszeit bei 34,5 Stunden pro Woche. Diese Wünsche stehen mit der tatsächlichen Arbeitszeit nicht im Einklang.

Statt lange Arbeitszeiten für die Einen und gar keine oder zu wenig Arbeit für die Anderen, muss die vorhandene Arbeit gerechter verteilt werden. Das bedeutet, dass die Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte verkürzt und Überstunden begrenzt werden müssen. Die Arbeitszeit zu reduzieren, ist für DIE LINKE ein zentrales Instrument gegen Arbeitslosigkeit und für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Dies gilt insbesondere in der Wirtschaftskrise und angesichts der drohenden Arbeitsplatzverluste. Wir treten für eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverzicht ein.

Eine Studie der Universität Flensburg rechnet es vor: Wenn die Wünsche der Beschäftigten berücksichtigt würden, wäre die wöchentliche Arbeitszeit durchschnittlich drei Stunden kürzer. Dadurch könnten 2,4 Millionen neue Vollzeitjobs entstehen.

Arbeitszeitverkürzung ist aber auch wichtig für die Gesundheit der Beschäftigten. Denn lange Arbeitszeiten machen krank. Ein Beispiel: Wer mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, hat häufiger mit Rückenproblemen oder Schlafstörungen zu kämpfen als jemand mit 35 Stunden pro Woche. Kürzere Arbeitszeiten sind außerdem wichtig, um Beruf und Familie zu vereinbaren.

DIE LINKE fordert, die zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz von 48 auf 40 Stunden pro Woche zu senken. Die 35-Stundenwoche und weitere tarifliche Arbeitszeitverkürzungen wollen wir gemeinsam mit den Gewerkschaften durchsetzen.