Schule

Schule führt heute zu immer mehr Stress: nicht umsetzbare Lehrpläne, erschöpfte Schülerinnen und Schüler, genervte Eltern, frustrierte und überarbeitete Lehrerschaft und immer mehr Nachhilfe für diejenigen, die es sich leisten können. Jeder zehnte Jugendliche verlässt die Schule ohne Abschluss. Jeder fünfte 15-Jährige kann selbst einfache Texte nicht richtig verstehen. Keines der 15 alten EU-Länder gibt weniger Geld pro Grundschülerin und Grundschüler aus als Deutschland. Die Bundesländer haben jahrelang an der Bildung gespart und die Lernmittelfreiheit abgeschafft. Sie haben zu wenig Personal eingestellt und stattdessen die Stundenzahl erhöht.

In keinem Industrieland der Welt hängt die Bildung der Kinder so stark vom Bildungsstand und vom Geldbeutel der Eltern ab. In der Regel kommen Akademikerkinder aufs Gymnasium. Arbeiterkinder haben weit weniger Chancen bei gleicher Begabung. Denn die Hälfte der Grundschülerinnen und Grundschüler bekommt keine angemessene Schulempfehlung. Schwer erziehbare und behinderte Kinder werden vom allgemeinen Schulsystem ausgeschlossen.  Das Bildungssystem verwehrt Migrantenkindern Bildungschancen durch mangelhafte Sprachförderung und Abschiebung auf die Hauptschule und behindert so ihre Integration. Das Menschenrecht auf Bildung wird Kindern ohne deutschen Pass gar nicht erst zugestanden. Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen die Aufteilung nach der vierten Klasse und fordert gemeinsames Lernen bis zur sechsten oder zehnten Klasse. Bundesweit demonstrierten hundertausend Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Bildungsstreiks für kleinere Klassen und „Eine Schule für alle“. Sie protestierten gegen Kopfnoten, Bildungsprivatisierung und den Stress durch die Umstellung auf das Turboabitur „G8“.

Für DIE LINKE ist Bildung keine Ware, sondern ein Menschenrecht. Jede und jeder muss sich umfassend bilden, individuell entwickeln und an der Gesellschaft teilhaben können. Bildung darf nicht an ökonomischer Verwertbarkeit ausgerichtet werden, auch wenn sie Einblicke in den beruflichen Alltag vermitteln soll.  Schulen sollen zum Lernen motivieren. Dafür braucht es eine Betreuungssituation, in der Lehrerinnen und Lehrer auf individuelle Bedürfnisse eingehen können, und die Kindern und Jugendlichen Räume für Mitsprache offen lässt.

DIE LINKE tritt für das Recht auf gebührenfreie und gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ein – unabhängig vom Geldbeutel und vom Bildungsstand der Eltern. Das Schulsystem muss grundlegend reformiert werden.

DIE LINKE fordert „eine Schule für alle“, um die soziale Auslese im Schulsystem zu beenden und die Fähigkeiten jedes einzelnen Jugendlichen zu fördern.

DIE LINKE will kleinere Klassen, mehr Ganztagsschulen, mehr Lehrerinnen und Lehrer, mehr sozialpädagogische Arbeit an den Schulen und die Rücknahme des Turboabiturs.

Um den Schulalltag zu demokratisieren, will die DIE LINKE mehr Mitsprache für Schülerinnen und Schüler.

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass Bund und Länder Geld für einen nationalen Bildungspakt bereitstellen. Allein um die durchschnittlichen Bildungsausgaben der OECD-Länder zu erreichen, müssen Bund und Länder jedes Jahr rund 18 Milliarden Euro mehr in die Hand nehmen.