Pille danach

DIE LINKE unterstützt vollends das Anliegen, den schnellen und unkomplizierten Zugang zur „Pille danach“ für Frauen in Deutschland durch ihre rezeptfreie Abgabe selbstverständlich zu machen und so ihre reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung zu stärken.

Gerade für junge Frauen sowie für Mädchen und Frauen im ländlichen Raum stellt die Rezeptpflicht eine hohe Hürde dar. Sie stoßen vor allem am Wochenende auf erhebliche Schwierigkeiten, ein Rezept für die „Pille danach“ zu bekommen. Oft sind sie auf Rettungsstellen von Krankenhäusern angewiesen, doch in vielen konfessionellen Krankenhäusern ist es den Ärztinnen und Ärzten untersagt, diese Rezepte auszustellen. Bei einem Notfallpräparat wie der „Pille danach“ ist aber schnellstmögliche Einnahme notwendig, denn sie kann eine Schwangerschaft nur verhindern, wenn sie rechtzeitig nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Die Verschreibungspflicht baut darum unnötige Hemmnisse beim Erwerb der „Pille danach“ auf und läuft einem rationalen Gebrauch entgegen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass entgegen den Befürchtungen einiger Kritiker und Kritikerinnen der Gebrauch regelmäßiger Verhütungsmittel nicht sank, nachdem die „Pille danach“ rezeptfrei erhältlich war. Weder ein Anstieg von sexuell übertragbaren Krankheiten noch von riskantem Sexualverhalten konnten beobachtet werden. Studien aus anderen Staaten zeigen, dass die Einnahme der „Pille danach“ auch ohne ärztliche Begleitung korrekt erfolgt. Außerdem bedeutet die Entlassung aus der Verschreibungspflicht keine Freiverkäuflichkeit. Die Apothekenpflicht bliebe erhalten und damit eine Möglichkeit, durch fachkundige Beratung einen sachgerechten Umgang mit dem Arzneimittel zu gewährleisten.

Wir werden im Laufe der kommenden parlamentarischen Beratungen engagiert um eine breite parlamentarische und im Bundestagswahlkampf um eine breite gesellschaftliche Unterstützung der Forderung nach einer rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“ werben. Die Vorfälle in zwei Kölner Kliniken, in denen einer vergewaltigten Frau die Abgabe der Pille danach verweigert wurde, zeigt, wie bedeutend das Thema ist, damit Frauen in Notsituationen wie Vergewaltigung oder ungeschütztem Sex nicht im Regen stehen bleiben.

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