Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013

Recht auf Feierabend: freie Zeit genießen

Freie Zeit ist ungleich verteilt, zwischen den Geschlechtern, Klassen, Berufsgruppen. Für viele Menschen dehnt sich Erwerbsarbeit immer mehr aus, oder die Belastungen nehmen so zu, dass freie Zeit vor allem mit der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit belegt ist. Frauen bringen nach wie vor mehr Zeit für Haushalt, Kochen, Putzen und Kinderversorgung auf. Für Menschen mit geringem Einkommen sind viele Möglichkeiten, freie Zeit zu genießen, durch Hürden verstellt: Eintrittspreise, teure Ausstattung und Zubehör, die für Sport und Hobbys benötigt würden.

Wir wollen, dass alle Menschen gleichermaßen freie Zeit genießen können und den Zugang zu unterschiedlichen Freizeit- und Kulturangeboten öffnen - eine Frage der Demokratie.

Zeit haben, um auszuspannen, sich zu erholen, Fragen und Interessen nachzugehen - von der politischen Gestaltung hängt ab, wie zugänglich diese Möglichkeiten sind, wie demokratisch freie Zeit ist. Lesen, ins Rockkonzert gehen, im Internet surfen, Laufen gehen oder ins Fitnessstudio, Fernsehen, Kino, Schwimmen, Bibliothek oder Radio hören. DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass jeder und jede diese Vielfalt selbstbestimmt nutzen kann.

Vielfalt braucht auch Räume zum Ausprobieren und Entdecken, damit alle herausfinden können, was sie wollen und können. Damit Talente wie kulturelle Traditionen entdeckt und gefördert werden, braucht es Musikunterricht, Theaterabonnements, Materialien für Bildhauerei, Mal- oder Probenräume sowie Sportplätze. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern linker Politik.

  • Mit öffentlich geförderter Beschäftigung wollen wir insbesondere in den Bereichen Soziales, Kultur und Ökologie sinnvolle und zusätzliche tariflich abgesicherte Arbeitsplätze schaffen, die nicht unter dem Mindestlohn liegen dürfen.
  • Öffentliche Jugendklubs, Kultureinrichtungen, Bibliotheken und vieles mehr sind für uns Bestandteile einer elementaren Daseinsvorsorge, die wir öffentlich organisieren und ausreichend ausstatten wollen. Dafür ist die Finanzausstattung der Kommunen deutlich zu verbessern.

Wir wollen die Zugangsbedingungen zum Sport für alle verbessern.

Sport treiben zu können soll nicht vom Einkommen und sozialen Status abhängen. Wir fördern behindertengerechten, integrativen, natur- und umweltverträglichen Sport.

  • Das Sportstättenförderprogramm für die Sanierung und den Bau von Sportstätten für den Breitensport wollen wir neu auflegen. Fans und Aktive in den Vereinen sollen stärker an der Gestaltung der Sportstätten beteiligt werden.
  • Wir wollen öffentlich finanzierte Beschäftigung im Bereich des Breitensports schaffen.
  • Einen so ausgestalteten Breitensport sehen wir als Basis für entkommerzialisierten Leistungssport. Leistungssport soll unabhängig vom Sponsorenaufkommen in allen Sportarten möglich sein.
  • Bürokratische Hürden für ein ehrenamtliches Engagement im Breitensport sind abzubauen.
  • Die Mittel für Fanprojekte, Initiativen und Projekte gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Gewalt sollen erhöht und nachhaltig festgeschrieben werden.
  • Wir wenden uns gegen pauschale Verdächtigungen und Überwachungen von Fans bestimmter Vereine oder Sportarten. Wir wollen die Beteiligung von Fans an Vereinsentscheidungen verbessern.
  • Allen Menschen mit Behinderungen muss die umfassende Teilhabe am Sport möglich sein.