Dreht dieses Schiff wieder in den Wind!

Begrüßung durch Manfred Sohn, Landesvorsitzender in Niedersachsen

Guten Morgen, liebe Genossinnen und Genossen, mein Name ist Manfred Sohn und ich habe die ehrenvolle Aufgabe, euch im Namen der über 3.000 Mitglieder der LINKEN in Niedersachsen im objektiv schönsten Bundesland der Welt zu begrüßen. Das mit dem schönsten Bundesland ist ganz klar: Es gibt einige Länder mit wunderbaren Bergen und andere Länder mit Küsten, manche davon sogar mit richtigen Küsten, an denen es Ebbe und Flut gibt. Aber es gibt nur eines, das beides hat: mit dem Harz ein ordentliches Gebirge, das von Heinrich Heine ja bereits gewürdigt wurde und die Nordseeküste - also ist es objektiv das schönste Bundesland.

Und in einer seiner schönsten Städte tagt ihr heute, in denen übrigens sehr gute linke Kommunalpolitik betrieben wird - darauf komme ich noch.

Vor allem aber begrüße ich euch in der Stadt, von der hoffentlich ein lautes Signal in die Republik ausgeht, das lautet:

DIE LINKE ist da!
DIE LINKE kämpft!
DIE LINKE ist unkaputtbar!

Es gibt einige, die hoffen, dass sie übermorgen andere Schlagzeilen texten können. Das sind diesselben, die vor Erfurt dachen, sie könnten nach Erfurt schreiben: DIE LINKE ist hoffnungslos zerstritten. Wir haben denen damals in Erfurt einen 95-Prozent-Korb gegeben, der lautete: Ihr kriegt die sozialistische Partei dieses Landes nicht klein, Ihr nicht - das schaffen ja noch nicht einmal wir! Und denen, denen das nicht reichte, haben unsere Mitglieder in der Mitgliederbefragung über unser Erfurter Programm gleich noch mal einen 95-Prozent-Korb gegeben.

Das war die richtige Antwort auf alle Abgesänge und das sollte auch jetzt wieder unsere Antwort auf all’ die Abgesänge sein, die wir in den letzten Tagen über uns lesen und hören konnten.

Wir hier in Niedersachsen sagen das nicht uneigennützig: Die nächsten Landtagswahlen und damit die letzten vor der Bundestagswahl finden im Januar 2013 statt, hier im zweitgrößten Flächenland der Republik.

Ja, ich weiß, Bayern ist größer - aber unter anderem deshalb, weil die ja alle ihre Seen mitzählen, wir aber unser Wattenmeer nicht.

Wir hier in Niedersachsen können Wahlkämpfe. Die Partei hat Anfang 2008 ja ganz gebannt auf Hessen und Hamburg geschaut. Die haben sich damals mit über fünf Prozent in Hessen und über sechs Prozent in Hamburg ganz gut geschlagen. Aber viele haben erst begriffen, dass zwischen Magdeburg und dem Kamener Kreuz mehr ist als nur eine Nordsee-Ausbuchtung, als sie registriert hatten, dass wir damals mit 7,1 Prozent in den Landtag eingezogen sind. Und gegen den damals schon vorherrschenden Bundestrend haben wir am 11. September 2011 bei den Kommunalwahlen auf unsere vorhandenen Mandate 107 weitere draufgepackt, ein zusätzliches Mandat übrigens auch hier im Kreis Göttingen.

Aber wir wissen auch: Wenn der Himmel einstürzt, sind alle Spatzen tot.

Sorgt ihr also bitte heute und morgen dafür, dass uns hier zwischen Küste und Harz der Himmel nicht auf den Kopf fällt. Das ist übrigens allein eure Verantwortung. Heute und morgen könnt ihr nicht auf den Parteivorstand oder Parteivorsitzende schimpfen. Heute und morgen habt ihr alle Entscheidungen über die Partei in euren Händen. Ihr allein tragt die Verantwortung über unseren weiteren Weg.

Sorgt bitte dafür, einen Parteivorstand zu wählen, der für unser Programm so brennt, wie es die Partei in und nach Erfurt getan hat und weiter tut. Wir machen auch das nicht um unserer selbst willen, sondern weil die Lohnabhängigen dieses Landes, die Lohnersatzleistungsabhängigen, ihre Kinder und Millionen Rentnerinnen und Rentner sich immer weniger leisten können. Eines aber können sie sich auf keinen Fall leisten: eine gegenüber dem Kapital ohnmächtige und in sich zerstrittene LINKE.

Daher bitte ich euch: Dreht dieses Schiff wieder in den Wind - und dann werden wir mit vollen Segeln siegen: im Januar in Niedersachsen und danach im Bund!

Vielen Dank und gutes Gelingen hier in Göttingen!

(Hinweis: Nachträglich verschriftliche Rede anhand der Redenotizen)