Glückwünsche an Genossen Professor Engelberg

Der Historiker Ernst Engelberg wird am 5. April 100 Jahre alt. Der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Lothar Bisky, richtete an den Jubliar folgendes Schreiben:

Hochverehrter Genosse Professor Engelberg,

zu Deinem 100. Geburtstag übermittle ich Dir im Namen des Vorstandes der Partei DIE LINKE und in meinem eigenen Namen die herzlichsten Glückwünsche.

Diese Glückwünsche möchte ich mit der großen Bewunderung für Dein außergewöhnliches Leben als Sozialist, Wissenschaftler und politischer Mensch verbinden.

Du hast Dich im Jahre 1928 als Student der KPD angeschlossen und bist somit seit einundachtzig Jahren in der linken Bewegung politisch organisiert. Als Leiter des Kommunistischen Studentenverbandes standest Du in der Weimarer Republik in der vordersten Reihe derer, die die heraufziehende nazistische Gefahr bekämpften. Hitlers Zuchthaus konnte Deine politische Überzeugung nicht brechen, und auch im gefahrvollen Exil hieltest Du an der einmal getroffenen Entscheidung für den Sozialismus fest.

Du bist Mitbegründer und damit heute der Zeitzeuge für die DDR-Geschichtswissenschaft als einer ihrer wichtigsten Fachvertreter. Deine jahrzehntelangen Forschungen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, zur Theorie und Methodologie der Geschichtswissenschaft, zur Militärgeschichte und insbesondere zur Bismarck-Forschung haben international höchste Anerkennung gefunden. Deine zweibändige Biographie Otto von Bismarcks gehört zu den herausragenden Leistungen der deutschen Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert.

Als Präsident der DDR-Historikergesellschaft und als Direktor geschichtswissenschaftlicher Institute in Leipzig und Berlin, als Doktorvater Dutzender profilierter Historiker, als öffentlich wirksamer Intellektueller auch nach 1990 bleibst Du untrennbar mit der deutschen Wissenschaftsgeschichte Deines Jahrhunderts verbunden.

Die Mitglieder des Vorstandes der Partei DIE LINKE wünschen Dir, lieber Genosse Professor Engelberg, alles Beste im Kreise Deiner Familie.

Hochachtungsvoll

Lothar Bisky