Unternehmer/innen in der Linken gründen sich bundesweit

Am vergangenen Sonnabend gründete sich in Berlin eine "Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Unternehmerinnen und Unternehmer (BagliU)" als Teil der Linkspartei, deren Parteiprogramm sie beeinflussen will.

Die BagliU sieht die Klein- und Mittelunternehmen im Kampf gegen die immer drohendere Insolvenzwelle. Sie streitet darum für mehr Massenkaufkraft und Mindestlöhne, für eine gesetzliche Altervorsorge gerade für Kleinstunternehmer (auch nach der Selbständigkeit), für mehr Unabhängigkeit von den Konzernen (Reparatur, Zulieferer u.ä.), Niedrigstzinsen und Steuerstundung bei unverschuldeter Insolvenz sowie gegen unkalkulierbare Gewerbemieterhöhungen.

Der mittelstandspolitische Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Diether Dehm, sprach sich für einen "großangelegten Diskurs für regionale Kreisläufe, für nachhaltiges Wirtschaften und eine Aufwertung des Reparaturhandwerks anstelle blinder Austauschwut" aus.

"Was wir brauchen, statt Steuergeschenke ans Hotelgewerbe, ist die verminderte Mehrwertsteuer fürs Handwerk. Deutschland braucht eine Reparaturoffensive, um Stoff zu sparen, um Müll zu meiden, um CO2 beim Transport von Austauschaggregaten durch Arbeitsplätze in der Reparatur zu ersetzen. Konzerne sollen gesetzlich gezwungen werden, Autos, Haushaltsprodukte, Unterhaltungsmedien u.ä. reparaturfreundlich zu produzieren."

Als Bundesvorsitzender des Unternehmerverbands wurde der Bundestagsabgeordnete und Medienunternehmer Dr. Diether Dehm (Niedersachsen) einstimmig gewählt. Dem Sprecherrat gehören ausserdem an: Renate Vehlow (Brandenburg), Marjana Schott (Hessen), Petra Hauthal (Sachsen), Bernd Mewes(Berlin), Mario Bender (Saarland), Joachim Gabriel (Bayern).