Gemeinsam können wir das schaffen

Statement von Gesine Lötzsch auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kandidaten für die neue Führung der Partei DIE LINKE im Berliner Karl-Liebknecht-Haus

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Ich freue mich natürlich sehr, dass der Parteivorstand mich zu einer der zwei Vorsitzenden vorgeschlagen hat. Ich weiß, dass dies ein Vorschlag ist und dass wir als Kandidaten sowohl die Delegierten auf dem Parteitag, als natürlich auch die Mitglieder unserer Partei davon überzeugen müssen, dass wir die Richtigen dafür sind, in den nächsten Jahren die Partei zu führen. Natürlich werden wir uns auch Mühe geben, Sie als Vertreter der Medien dafür zu gewinnen, uns zumindest freundlich kritisch zu begleiten - denn wir wissen ja, vor einem Amt bekommt man häufig sehr freundliche Presse, doch anschließend – das ist auch aus der Geschichte zu ersehen –,war es dann manchmal nicht mehr so freundlich.

Mein einschneidendstes politisches Erlebnis war für mich die Bundestagswahl im Jahr 2002. Damals bin ich ja zum ersten Mal nach langen Jahren in der Landespolitik in Berlin in den Deutschen Bundestag gemeinsam mit Petra Pau direkt gewählt worden. Viele waren damals – auch Freunde und Unterstützer der Linken –pessimistisch und hatten die Hoffnung aufgegeben. Wir haben damals immer versucht, diese Hoffnung, dass sich eine starke Linke wieder entwickeln kann, auch mit unseren beiden Bundestagsmandaten in die Öffentlichkeit zu tragen. Darum war ich auch sehr froh, als sich im Jahr 2005 Oskar Lafontaine dazu entschieden hat, gemeinsam mit Gregor Gysi und Lothar Bisky an der Spitze für eine neue Linke in Deutschland zu streiten.

Dieses Projekt ist ein sehr junges. Wir bestehen als Partei erst zweieinhalb Jahre. Wir haben ja in den letzten Wochen – und das wird sich das ganze Jahr noch fortsetzen – viele 20-Jahre-Feiern erlebt und viele Diskussionen darüber auch verfolgen können, wie schwierig es ist, in 20 Jahren die deutsche Einheit zu gestalten. Darum sage ich, es wäre ein wahres Wunder, wenn sich DIE LINKE innerhalb von zweieinhalb Jahren zu einer völlig reibungslos und geräuschlos funktionierenden Partei –entwickelt hätte - das wäre auch nicht gut. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass wir das Fundament, das von Oskar Lafontaine, Gregor Gysi, Lothar Bisky und natürlich vielen Mitgliedern der Partei gelegt wurde, festigen, auf ihm aufbauen, dass wir uns mit klarer Programmatik in den nächsten Jahren in den Herzen und den Köpfen der Wählerinnen und Wähler in diesem Land verfestigen können, dass sie uns ihre Zustimmung geben. Ich denke, wichtig wird es sein, dass wir die Partei vereinen – zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd, zwischen den verschiedenen Erfahrungswelten.

Ich habe als Berlinerin einen kleinen Vorteil. Wir erleben hier in Berlin seit vielen Jahren die Ost-West-Auseinandersetzung. Wir haben hier in Berlin von Anfang an versuchen müssen – mit unterschiedlichen Erfolgen natürlich –, eine Partei aus Ost und West zu vereinigen. Wenn wir uns dieses Team anschauen, dann sage ich: Gemeinsam können wir das schaffen. Das ist unser Ziel.

Dankeschön!