Susanna Karawanskij und Martin Schirdewan

Live ist doch am Besten - LINKE 3. Generationen Ost und West trifft sich

Manche Dinge beginnen als Papiertiger, manche Dinge passieren einfach in der Praxis, bevor man sich im Klaren darüber ist, das man das Ganze auch strukturiert angehen kann.

Bei den 3. Generationen Ost und West in der LINKEN ist und wird es wohl eine Mischung aus beidem.

Nach dem begonnenen Papierwechsel zwischen Ost und West (hier und hier nachzulesen) sind die jungen Menschen das Wagnis eingegangen, sich am Rande des Dresdner Parteitags persönlich zu treffen.

Via Facebook und Co. wurde in ein Dresdner Lokal geladen. Man suchte weniger das politische Flair von Parteibüros, sondern wollte sich bewusst "in angenehmer Atmosphäre ohne Leistungsdruck oder Neonröhrenromantik, eher bei Rotwein, Brause und Co." treffen, hieß es in der Einladung. Eine sich in großen Teilen unbekannte Gruppe traf aufeinander und man hatte sich erstaunlich viel zu sagen. Dabei tauschte man sich über gemeinsame Erfahrungen im parteipolitischen Alltag aus und hin und wieder blitzten Fragen und Themen auf, die tatsächlich Anknüpfungspunkte für einen Dialog neuer Qualität zwischen Ost und West darstellen könnten.

Schnell war man sich einig, dass es nicht darum ginge, ein weiteres Papier zu schreiben oder gar eine Gruppe zu gründen, die als Strömung missverstanden werden könne. Vielmehr geht es auch um ein kulturelles Kennenlernen, was ja qua den gemeinsamen Parteinenner gleichzeitig ein politisches Kennenlernen miteinschließt. Wie geht denn nun sozialökologischer Umbau? Wie kann auch in den eigenen Strukturen die Anerkennung der verschiedenen politischen Biografien erfolgen? Was trennt uns denn eigentlich voneinander? Wie können die Erfahrungen aus den vergangenen gesellschaftlichen Entwicklungen positiv und sogar produktiv aufzulösen sein? Viele Fragen wurden aufgeworfen, man hatte sich etwas zu sagen, noch eher vorsichtig und zurückhaltend, aber auf jeden Fall neugierig.

Nun stellt sich Frage: Was nun? - Und auch an dieser Stelle will man ganz bewusst kleine, aber dafür nachhaltige Schritte gehen, ohne Zwang, mit der bestimmten Portion Leichtfüßigkeit, die manchmal zu kurz kommt. Neben der Möglichkeit, sich online via offener facebook-Gruppe auszutauschen, wird es spätestens im Februar in Hamburg ein weiteres Treffen am Rande des Parteitags geben. In ebenso ungezwungener Atmosphäre wie in Dresden.

Festzuhalten bleibt: 3. Generationen Ost und West - to be continued.