Disput

Man gönnt sich ja sonst nichts

Aus Spaß an der Freud‘, als Geschenkidee für GenossInnen oder als politische Aktion – ein Großflächenplakat für DIE LINKE zu sponsern, ist eine feine Sache

Von Lia Petridou

»Man darf nicht alles glauben, was stimmt«, stand auf dem Großflächenplakat, das Simone Hock im Bundestagswahlkampf 2013 gespendet hat. »Das war eine einfache und schöne Variante, der Partei zu helfen«, sagt sie. »Und man muss ja auch nicht unbedingt dem Finanzamt die ganze Kohle in den Rachen werfen.« Die Ausgaben für gesponserte Plakate können Genossinnen und Genossen steuerlich geltend machen.

Manchmal sind es Köpfe, manchmal Slogans, manchmal Wortwitze, manchmal alles drei in Kombination, die ein Wahlplakat wirkungsvoll machen. Was viele Genossinnen und Genossen nicht wissen: JedeR, der oder die Lust hat, kann gezielt für ein ganz bestimmtes Großflächenplakat an einem Standort seiner Wahl spenden – sozusagen Plakatpatin oder -pate werden. Simone Hock kann das nur empfehlen. »Ich finde nach wie vor, dass das eine sehr gute Sache ist», erklärt sie. Politisch ist Simone Hock kein unbeschriebenes Blatt.

In ihrem Wirkungsraum Zwickau engagiert sie sich gegen Streichungen im öffentlichen Nahverkehr, Ärztemangel und streitet für kurze Wege zur medizinischen Versorgung. Im Jahr 2005 trat Hock bei der LINKEN ein. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kreisvorstand, bei den Roten Reportern und ist Ersatzdelegierte im Bundesausschuss. Außerdem ist sie Wahlkreismitarbeiterin der sächsischen Landtags-Abgeordnetengemeinschaft Horst Wehner und Renè Jalaß.

Unter www.die-linke.de/plakat- spende können Interessierte ihr Plakat reservieren. Dort finden Genoss- Innen und SympathisantInnen eine Suchmaschine, in die sie eine Postleitzahl eingeben können. In einem Fenster darunter erscheint eine Karte, auf der die Standorte für Großflächenplakate markiert sind. Wer möchte, kann sich einen aussuchen – vor der eigenen Haustür oder lieber vor der des Chefs, der immer so blöde Sprüche macht.

Großflächenplakate werden in der Regel für zehn oder elf Tage aufgehängt. Zur Auswahl stehen bestimmte Zeiträume sowie die Varianten Themenplakate und Plakate mit einer Wahlaufforderung. Noch stehen die Themenplakate nicht fest. Auch nach der Präsentation der Wahlkampagne mit den einzelnen Motive wird es leider nicht möglich sein, ein bestimmtes Themenplakat für einen bestimmten Standort auszusuchen – der Aufwand, das zu koordinieren, wäre zu hoch. Weil der Wahlkampf langfristig geplant werden muss, sind Plakatspenden nur bis zum 1. August möglich. Wer einen bestimmten Platz im Auge hat, sollte also nicht allzu lange zögern, auch wenn die Motive noch nicht feststehen.

Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Mit Kosten ab 60 Euro aufwärts müssen Interessierte schon rechnen, je nach Standort kommen einige Hundert Euro zusammen. Verkehrsknotenpunkte in Ballungsräumen sind teurer als unbelebte Seitenstraßen in ländlichen Regionen. Allerdings können mehrere Leute zusammenlegen und gemeinsam ein Plakat sponsern. Auch als Geschenkidee ist eine Plakatspende nicht schlecht.

Simone Hock ist in diesem Jahr wieder dabei. Ihr gefällt diese Art der Parteispende: »Ich mag die Tatsache, dass ich genau weiß, was mit meinem Geld passiert.«