Disput

Was ist für dich gerecht, Ulrich?

Ulrich Schneider, Jahrgang 1958, ist Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbands »Der Paritätische«

Was ist für dich gerecht, Ulrich?
Wenn jeder bekommt, was er braucht und sich alle Menschen als ihresgleichen behandeln.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die SPD.

Was ist für dich links?
Egalitären Ideen und Idealen verpflichtet zu sein und die Gleichwürdigkeit und Gleichwertigkeit der Menschen zur Leitschnur des politischen Handelns zu machen, keine Unterschiede zu dulden, die lediglich von Mächtigen und Privilegierten aufoktroyiert sind, keine Ungleichheit, die lediglich aus der Herkunft resultiert und aus Besitzständen.

Was war dein erster Berufswunsch?
Als Sohn einer sehr katholischen Mutter, als Messdiener und Pfadfinder wollte ich als Kind Pfarrer werden.

Was regt dich auf?
Ungerechtigkeit, Kaltherzigkeit, Borniertheit, Ignoranz. Meist treten sie zusammen auf.

Wovon träumst du?
Das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen: eine für alle gleichermaßen gute und lebenswerte Gesellschaft.

Vaterland, Mutterland, Deutschland – wie gern lebst du hier?
Mit Vater-, Mutter-, Deutschland habe ich es nicht so. Ich bin da kleinräumiger aufgestellt. Ich habe in Bonn, Münster und Frankfurt gelebt und bin froh, dass ich mit meiner Familie nun schon seit 14 Jahren in Berlin lebe. Hier fühlen wir uns pudelwohl. Meine Heimat aber, der Ort, wo einem ganz heimelig wird, ist und bleibt das Ruhrgebiet, Oberhausen.

Wann fühlst du dich gut?
Mit ordentlich Adrenalin im Körper, nach einem guten Streitgespräch, einer Rede, die gut ankam, oder einem Auftritt mit meiner Band DUDE.

Wen oder was würdest du mit auf eine Insel nehmen?
Ein Boot.

Worüber / Mit wem lachst du besonders gern?
Alte Dick & Doof-Filme oder Komödien von Billy Wilder.

Wovor hast du Angst?
Vor nichts und niemandem (… außer vielleicht, dass mir der Himmel auf den Kopf fallen könnte).

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Humor, Großzügigkeit, Gelassenheit.

Wie lautet dein Lebensmotto?
»Man gönnt sich ja sonst nichts …«