Höhn und Tiefen

Die Kolumne von Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter Matthias Höhn

Matthias Höhn

Das Beste zum Schluss…

Matthias Höhn

DIE LINKE ist am vergangenen Sonntag mit 8,6 Prozent wieder in den Bundestag und 5,2 Prozent erneut in den hessischen Landtag gewählt worden.

Ich möchte DANKE sagen. Danke an alle, die über Wochen und Monate bis in die letzten Minuten für uns Wahlkampf gemacht haben. Dieses Ergebnis ist unser gemeinsamer Erfolg. Wir haben gemeinsam und geschlossen, zusammen und entschlossen für unsere Inhalte gekämpft. Das Ergebnis ist unser Lohn.

Sicher, manche haben sich mehr erhofft - aber, wenn wir realistisch auf die Situation schauen, haben wir das Machbare auch geschafft: Gegen sich links gebende Sozialdemokraten und Grüne in der Opposition neben uns, gegen eine - warum auch immer - über die Maßen beliebte Kanzlerin Merkel… und ja, auch gegen die Eurokritiker von rechts, der AfD.

Ich habe hier einmal gesagt, dass wir stolz in den Wahlkampf gehen können - heute und hier schreibe ich, dass wir auch stolz aus diesem Wahlkampf gehen können. DIE LINKE ist nun die drittstärkste Kraft im Land.

Doch was tun mit dem Ergebnis? Was hilft der dritte Platz, wenn das Abschneiden von SPD und Grünen diese nicht von der "Ausschließeritis" geheilt hat? Es sei - nur spaßeshalber - daran erinnert, dass es eine strukturelle Mehrheit neben der Union und für eine andere Politik gibt. In dieser Mehrheit fände sich die Basis für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, eine Mindestrente, eine höhere Besteuerung von Vermögenden und Schwerreichen… diese Mehrheit nicht zu nutzen ist fahrlässig. Aus diesem Grund sind wir gesprächsbereit. Das ist das Mindeste, was die beiden anderen auch sein sollten.

Das Gleiche gilt für Hessen. Der Wiedereinzug dort zeigt, dass wir in westdeutschen Flächenländern doch gewinnen können - für die Partei und unser Selbstbewusstsein ist das enorm wichtig. Für Schwarz-Gelb reicht es dank uns in Hessen nicht. Andere Mehrheiten sind da - also redet miteinander, reden wir miteinander.

Ich saß am Montag mit zwei zufriedenen Parteivorsitzenden und zwei glücklichen Fraktionsvorsitzenden gemeinsam in der Pressekonferenz unserer Partei nach der Wahl - in ihrem Lob für den Wahlkampf sehe ich auch die Bestätigung meiner Arbeit als Bundeswahlkampfleiter, sehe ich die Bestätigung für unsere gemeinsame Kampagne, die ich zu verantworten hatte.

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!" - das Sepp Herberger Wort auf uns umgemünzt heißt: Nach der Wahl ist vor der Wahl! In den nächsten Wochen legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Kampagne zu den Europawahlen am 25. Mai 2014 und für die anstehenden Kommunal- und Landtagswahlen - in insgesamt 15 Wahlkämpfen müssen wir im nächsten Jahr bestehen. Solange lasse ich meine wöchentliche Sicht auf die Dinge ruhen, danke allen Leserinnen und Lesern meiner Kolumne, den beiden kreativen Köpfen an meiner Seite und verspreche, pünktlich zum Start ins Wahljahr 2014 wieder da zu sein.

Bis dahin: Genießen wir unseren Erfolg, gehen wir an die Arbeit und bauen wir gemeinsam an weiteren Erfolgen.