Katrin Werner

Nicht der Storch bringt die Babys

Die Situation in der Geburtshilfe ist unhaltbar. In den vergangen Jahren wurden bundesweit massiv Geburtsstationen geschlossen und immer weniger Hebammen sind freiberuflich tätig, da sie sich die enorme Summe an Haftpflichtversicherung nicht mehr leisten können. Hier hat die Politik versagt, denn es wäre schon seit Jahren geboten gewesen einen steuerfinanzierten Haftungsfonds einzurichten, der die Hebammen absichert und verhindert, dass sie ihren Beruf aufgeben müssen.


Unzureichende Krankenhausfinanzierung, schlechter Personalstand und Schließungen von Geburtsstationen haben die Arbeitsbedingungen von Hebammen in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Immer mehr Hebammen wechseln in eine Teilzeitbeschäftigung. 1991 waren noch 28,9 % Prozent aller festangestellten Hebammen in Teilzeit tätig, 2015 waren es bereits 72,5%. (vgl. Sachstand Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags WD 9 -3000 – 079/16) Dadurch ist eine 1 zu 1 – Betreuung nicht mehr möglich und es gibt kaum noch feste Teams von Hebammen. Um das zu ändern ist eine Verbesserung der Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern unerlässlich.