Ulrike Zerhau

Kostenlose Schulspeisung allein kann Armut nicht bekämpfen

Zu Forderungen der Grünen-Fraktionsvorsitzenden nach kostenloser Schulspeisung in ganz Deutschland erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende der Partei DIE LINKE Ulrike Zerhau:

Wir freuen uns über den Realitätsgewinn von Frau Künast und unterstützen diese langjährige linke Forderung. Gleichzeitig möchten wir daran erinnern, dass es konkrete Ursachen für wachsende Kinderarmut in Deutschland gibt. Eine davon ist die von den Grünen mit zu verantwortende Agenda 2010-Politik. Die Grünen haben gemeinsam mit der SPD und den anderen Hartz-IV-Parteien die Grundlage dafür geschaffen, dass zunehmend mehr Kinder mit knurrendem Magen im Unterricht sitzen. Insofern ist die späte Einsicht hoffentlich der erste Schritt zur Besserung.

Kostenlose Schulspeisung für alle Kinder kann allein die Armut nicht bekämpfen. Flankierende Maßnahmen wie kostenlose, steuerfinanzierte Kindertagesstätten für alle Kinder, die Anhebung des Regelsatzes von Hartz-IV-Beziehern auf mindestens 420 Euro und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes sind dringend notwendige Maßnahmen, um der Kinderarmut entgegenzuwirken.

Der Schlüssel zur Überwindung von Kinderarmut liegt in der Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Wir gehen davon aus, dass die Grünen ihren Worten jetzt auch konkreten Taten folgen lassen und entsprechende Forderungen der LINKEN unterstützen.