Klaus Ernst

Union will Arbeitnehmer für dumm verkaufen

Heute hat die Union ihr Konzept für Mitabeiterbeteiligungen vorgelegt. Dazu erklärt der stellvertretende Parteivorsitzende Klaus Ernst (MdB):

Ziel des Konzeptes ist weniger die Arbeitnehmerbeteiligung sondern vielmehr die steuerlich geförderte Erhöhung der Kapitalausstattung der Betriebe.  Dabei werden bewusst die Interessenvertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer außen vor gelassen. In dem ganzen Konzept kommen weder Betriebsräte noch Gewerkschaften vor.

Die zu geringe Lohnquote wird durch dieses Konzept in keiner Weise verbessert. Im Gegenteil: die Union versucht offenbar, die Arbeitnehmer für dumm zu verkaufen und ihnen künftig das doppelte Risiko aufzubürden – das Risiko des Arbeitsplatzverlustes und das Risiko des Kapitalverlustes.

Wer den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen „fairen Anteil am Erfolg der Wirtschaft“ sichern will, der kann das über ordentliche Lohnerhöhungen machen und nicht über Einlagen in ihrem eigenen Unternehmen oder einem „Deutschlandfonds“. 

Wer wirklich mehr Mitarbeiterbeteiligung will, muss für mehr Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte und Belegschaften sorgen, damit Vorstände von Unternehmen bei wesentlichen Entscheidungen die Interessen ihrer Beschäftigten zu berücksichtigen haben. Beide Konzept – das von der Union und das von der SPD – führen letztendlich zu einem realen Einkommensverlust mit der Hoffnung auf eine Rendite am Sankt Nimmerleinstag. Ganz zu schweigen davon, dass die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gar nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen, um neben der Riesterrente noch einen weiteren Teil ihres Lohns in eine private Anlageform zu investieren.