Saarland

Saarbahn-Streit: Konsequenzen der Geschäftsleitung gefordert

"Wie sich jetzt bestätigt, waren die Gründe für die Entlassung der sechs Saarbahn-Betriebsräte an den Haaren herbeigezogen", erklärt heute Rolf Linsler, Vorsitzender der saarländischen Linken. Das Schmierentheater habe sich tatsächlich als ein Akt politischer Willkür entpuppt.

Linsler bezieht sich auf ein heute veröffentlichtes Schreiben. Darin erklären zwei von der Saarbahn-Geschäftsleitung im Arbeitsgerichtsverfahren benannten Hauptzeugen, ihre angeblich gemachten Aussagen seien "frei erfunden." Desweiteren habe der Saarbahn-Geschäftsführer Dieter Edlinger (CDU) sie dazu animiert, "in den Medien deutliche Vorwürfe gegen Betriebsrat Winfried Jung zu erheben."

"Diese veröffentlichte Stellungnahme wirft viele Fragen auf", so Linsler. "Sie bestätigt unsere Vermutung, dass die fristlosen Entlassungen der sechs Betriebsräte als Retourkutsche für den Eintritt der 220 Saarbahn-Busfahrer in unsere Partei gewertet werden muss. Es kristallisiert sich heraus, dass  hier massive Einschüchterungsversuche unternommen worden sind."

Linsler attackiert in diesem Zusammenhang die Spitze der Saarbahn GmbH. "Wenn man den Inhalt der jetzt veröffentlichten Stellungnahme zugrunde legt, dann erwarten wir sofortige Konsequenzen der Geschäftsleitung. Hier ist wohl ein sofortiger Rücktritt der Saarbahn-Chefs Attig (SPD) und Edlinger (CDU) unumgänglich. Wer abhängig Beschäftigten zu Aussagen drängt, macht sich unglaubwürdig. Wer außerdem noch Aussagen in einem Gerichtsverfahren "frei erfindet", ist nicht mehr tragbar."

Nach Ansicht der Linken müssen die Kündigungen gegen die sechs Saarbahn-Betriebsräte sofort zurückgenommen werden. "Und wir sind der Auffassung, dass mit einer neuen Saarbahn-Führung dem Dialog mit den Arbeitnehmer-Vertretern nichts mehr im Wege steht. Ein Neustart ist möglich."