Rosemarie Hein

Wirklicher Aufbruch braucht neue Konzepte

Heute ist der 13. Kinder- und Jugendhilfetag zu Ende gegangen. Sein Motto: „Gerechtes Aufwachsen ermöglichen!“ Dazu erklären das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein und die Sprecherin der BAG Bildungspolitik Gerrit Große (MdL):

Bildung ist der Schlüssel zu Gerechtigkeit. Dies ist das Fazit des 13. Kinder- und Jugendhilfetages. Die von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe formulierten Forderungen, beispielsweise für die Überwindung des gegliederten Schulsystems, für mehr Investitionen in Bildung von Anfang an und für lebenslanges Lernen, sind nur konsequent und werden von der LINKEN unterstützt.

Wenn der Kampf gegen Kinderarmut ernst gemeint ist, dann brauchen wir qualitativ hochwertige Bildungs- und Betreuungsangebote für alle Kinder und eine wirksame Jugendhilfe.  Chancengleichheit in der Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Ausgrenzung und Benachteiligung lassen sich nicht mit Sonntagsreden bekämpfen, sondern nur mit professioneller sozialpädagogischer Arbeit.

Bundespräsident Horst Köhler hat Recht, wenn er einen „neuen Aufbruch“ für Kinder und Jugendliche fordert. Angesichts der massiven Probleme, vor denen viele junge Menschen stehen, müssen Ganztagsangebote ausgebaut und die Jugendhilfe gestärkt werden. Denn wirklicher Aufbruch braucht neue Konzepte.

Das jüngst im Bundestag verabschiedete Kinderfördergesetz wird diesem Anspruch nicht gerecht, weil es weit hinter den Erfordernissen frühkindlicher Bildung und Betreuung zurückbleibt. Damit hat die Bundesregierung einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert Kinder und ihre Bildungsbedürfnisse haben. Wer aus rein finanziellen Erwägungen das Prinzip der Gemeinnützigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe aushebelt, ist von einem „neuen Aufbruch“ weit entfernt.