Niema Movassat

Gleiche Chancen für alle – Eine Schule für alle!

Zur Veröffentlichung der Wiesbadener Studie, nach welcher Kinder aus armen Familien bei gleicher Leistung viel seltener eine Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe erhalten, erklärt der jugendpolitischer Sprecher im Parteivorstand, Niema Movassat:

Was PISA und IGLU schon bewiesen, wird durch die neue Studie nun untermauert: Die soziale Herkunft entscheidet über die Bildungslaufbahn. 81 Prozent der Kinder aus vermögendem oder akademischem Haus gehen auf das Gymnasium, während Kinder aus so genannten bildungsfernen Schichten dort nur zu 14 Prozent vertreten sind. Dabei hat dies nichts damit zu tun, dass Kinder aus armen Familien weniger fähig sind, sondern, dass zeigt die Studie deutlich, erhalten diese bei gleicher Leistung schwieriger eine Empfehlung für das Gymnasium.

Diese Auswirkungen des Bildungssystems sind ein Skandal. Denn Schule soll gerade sozialen Differenzen entgegenwirken. Das deutsche Schulsystem indes führt zum Gegenteil: Es manifestiert die Ungerechtigkeit.

DIE LINKE fordert dagegen endlich eine Schule für alle, in welcher Kinder gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Dass gegliederte Schulsystem ist nicht in der Lage, gleiche und gerechte Bildungschancen für alle zu schaffen, sondern grenzt Migrantinnen und Migranten und Kinder aus armen Familien systematisch aus. Die zurzeit breit diskutierte Abschaffung der Hauptschule alleine wird nicht reichen, die sozialen Auswirkungen und Probleme des Bildungssystems zu lösen.