Rosemarie Hein

Mehr Geld für frühkindliche Bildung

Zu den Ergebnissen des Länderreports der Bertelsmann-Stiftung zur frühkindlichen Bildung erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Man mag von der Bertelsmann-Stiftung halten, was man will, die Befunde machen auf eine bedenkliche Entwicklung aufmerksam: Unter den Bedingungen ständig leerer öffentlicher Kassen ist eine vernünftige Finanzierung der frühkindlichen Bildung nicht mehr zu sichern.

DIE LINKE fordert seit längerem, dass eine pädagogische Fachkraft nicht mehr als vier Kinder unter drei Jahren und nicht mehr als neun im Alter von drei bis sechs Jahren betreuen sollte. Die Wirklichkeit sieht auch in vielen ostdeutschen Ländern schon länger deutlich anders aus. Der hohe Versorgungsgrad im Osten konnte nicht selten nur durch eine höhere Belastung der Erzieherinnen und Erzieher erhalten werden. Deshalb unterstützen wir die Streiks der Kita-Beschäftigten für einen Gesundheitstarifvertrag.

Im Westen allerdings kann von einer guten Versorgungslage noch lange nicht die Rede sein. Wenn sich die Situation in Ost und West im Interesse der Betroffenen deutlich verbessern soll – was im Interesse der Kindern und des Personals zu wünschen ist – dann bedarf es nicht nur einer besseren Finanzausstattung der Kommunen und eines höheren finanziellen Engagements des Bundes und der meisten Länder, sondern auch einer Initiative zur Ausbildung von mehreren zehntausend Erzieherinnen und Erziehern. Auch das ist seit langem eine Forderung der LINKEN. Eine weitere Missachtung dieser vorhandenen Defizite darf sich die Politik im Interesse der Kinder nicht leisten.