Britta Pietsch

Pflegenotstand ist längst Pflegekollaps

In den letzten Jahren hat die Regierung durch massiven Sozialabbau und Privatisierungen von Krankenhäusern und Kliniken dafür gesorgt, dass über 50.000 Stellen im Gesundheitswesen abgebaut wurden. Dazu erklärt Britta Pietsch, Bundestagskandidatin und Mitglied des Parteivorstandes:

Bereits heute ist jedes dritte Krankenhaus privatisiert. Dort werden Gewinne an die Aktionäre abgeführt und nicht zum Nutzen der Patienten reinvestiert. Über eigene medizinische Versorgungszentren bilden Rhön, Helios, Asklepios und Co. eine Wertschöpfungskette, die bis tief hinein in die ambulante Versorgung reicht. Der Patient bleibt dabei auf der Strecke. Er ist nur noch Mittel zum Zweck der Gesundheitsindustrie und Profitmaximierung.

Folgen der Privatisierung sind der so genannte Pflegenotstand, der sich schon längst zum Pflegekollaps ausgeweitet hat. Fast die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen leiden als Folge des Personalmangels unter Mangelernährung und Liegegeschwüren. In den Krankenhäusern und in der ambulanten Krankenpflege herrschen ähnliche Zustände. Hilfebedürftige und kranke Menschen werden im Minutentakt „gepflegt“. Das Pflegepersonal bricht unter der Arbeitsdichte zusammen. Wer gegen diese menschenverachtende Situation aufbegehrt, hat nicht selten mit dem Verlust seiner Arbeitsstelle zu rechnen.

DIE LINKE will diesem Teufelskreislauf ein Ende setzten. Damit gute Pflege endlich möglich ist, kämpft DIE LINKE:

  • für den Verbleib von Krankenhäusern und Kliniken in öffentlicher Hand;
  • für eine gute Pflege durch eine konsequente Erhöhung des Personalschlüssels, Arbeitszeitverkürzung und Qualifizierung;
  • für die flächendeckende medizinische und pflegerische Versorgung und Vorsorge zu der jeder Mensch, unabhängig von Geldbeutel und Wohnort Zugang hat;
  • für die solidarische Bürgerversicherung, in die jeder einzahlt, auch die Superreichen
  • für gesetzliche Rahmenbedingungen in denen der Mensch und Patient im Mittelpunkt stehen und nicht der Profit.