Katja Kipping

Angriff auf das Lohnniveau

Zu den Vorschlägen vom Arbeitgeberpräsident Hundt, sechs Milliarden Euro bei den Erwerbslosen zu sparen erklärt Katja Kipping, stellvertretende Vorsitzende der LINKEN:

Es ist eine alte Weisheit: Je schlimmer die Situation von Erwerbslosen, desto eher sind diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, zu Zugeständnissen bei Löhnen und Arbeitszeiten bereit. Empirische Studien bestätigen, dass im Zuge von Hartz IV die Bereitschaft der Beschäftigten, niedrigere Löhnen und schlechtere Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen, deutlich zugenommen hat. Insofern führen Kürzungen bei Erwerbslosen in der Folge zum Absenken des allgemeinen Lohnniveaus.

Wenn nun der Arbeitgeberpräsident Hundt Streichorgien bei Erwerbslosen plant, so ist das nichts weiter als ein Angriff auf das Lohnniveau. Offensichtlich soll hier das Feld bereitet werden für weiteres Lohndumping im Interesse der so genannten Arbeitgeber und zu Lasten der Beschäftigten. Und wieder einmal zeigt sich, wie recht Karl Marx hatte, als er auf das Erpressungspotential der Reservearmee Erwerbslose hinwies.