Irene Müller

Teilhabe für alle - jeden Tag

Zum morgigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen erklärt Irene Müller, Mitglied im Parteivorstand der Partei DIE LINKE:

Es ist Tradition, am 5. Mai jeden Jahres die Forderungen, Bedürfnisse, Rechte und die gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderungen besonders in das öffentliche Interesse zu rücken. Menschen mit Behinderungen gehören aber in unseren Alltag, sie sind nicht nur an einem Tag im Jahr Bestandteil unserer Gesellschaft, sondern jeden Tag, jede Stunde in den verschiedensten Lebenssituationen, unterschiedlichsten Alters, unterschiedlichen Geschlechts, mit aller Vielfalt des Lebens, wie es sich für alle darstellt.

Die Forderung nach gesellschaftlicher Teilhabe ist schon alt, aber nun stehen die behinderten Menschen in Europa mit dieser Forderung nicht mehr allein da.

Die im vergangenen Jahr ratifizierte UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen gibt eine feste und aussagekräftige Grundlage für eine Sicht auf Menschen mit Behinderungen, die sich grundsätzlich geändert hat. Dieser Paradigmenwechsel ist von großer Bedeutung, lässt eine Diskriminierung nicht mehr zu.

Die UN-Konvention beschreibt eine inklusive Gesellschaft, in welcher die Vielfalt der Menschen anerkannt, akzeptiert, respektiert und damit gewünscht wird. Kindheit, Bildung, Ausbildung, Berufsleben, Familie, die Frau mit Behinderungen, der Mensch mit Behinderungen im gesellschaftlichen Leben, alle Bereiche des Lebens werden in der UN-Konvention beschrieben und geben nicht nur Handlungshinweise, sondern sind auch in Deutschland Gesetz.

Das heißt: Keine Lippenbekenntnisse mehr, Menschen mit Behinderungen gehören in unsere Gesellschaft. Sie sind und sie wollen keine Bittsteller sein, wenn es um gesellschaftliche Teilhabe geht.