Klaus Ernst

Fakten sprechen gegen Rente ab 67

Der Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst, wirft Arbeitsministerin von der Leyen nach dem Bekanntwerden von Details aus dem Regierungsbericht zur Lage von älteren Beschäftigten am Arbeitsmarkt "amtliche Schönfärberei" vor. Die Fakten sprechen nach Ernst Einschätzung gegen die Einführung der Rente ab 67, die er als "brutale Rentenkürzung" bezeichnet. Ernst erklärt:

Wenn die jetzt durchgesickerten Einschätzungen tatsächlich aus dem Regierungsbericht stammen, dann handelt es sich bei diesem Werk um amtliche Schönfärberei. Die öffentlich zugänglichen Fakten sprechen eindeutig gegen die Einführung der Rente ab 67. Nicht einmal jeder zehnte Beschäftigte war im Jahr 2008 mit 64 Jahren noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Fast die Hälfte aller Neurentner musste 2008 Abschläge von über 100 Euro hinnehmen, weil sie vorzeitig ausschieden. Weniger als ein Fünftel ist aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Rente gegangen. Selbst der offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober 2010 zeichnet ein dramatisches Bild. Die Arbeitslosenquote der 55- bis 64-jährigen liegt rund 20 Prozent über dem Durchschnitt. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist an diesen Jahrgängen vorbei gegangen, es gibt heute fast 29.000 mehr Arbeitslose zwischen 55 und 64 als vor einem Jahr. Die Rente ab 67 ist eine brutale Rentenkürzung. Wir wollen sie stoppen und werden den Bundestag noch in diesem Jahr darüber abstimmen lassen.