Felix Pithan

Ausbildung zum Töten ist kein Ferienspaß

Zu den neuesten Werbeinitiativen der Bundeswehr bei Kindern und Jugendlichen erklärt Felix Pithan, jugendpolitischer Sprecher des Parteivorstands der LINKEN:

Ausbildung zum Töten ist kein Ferienspaß! Die über die Bravo beworbenen Ferienlager der Bundeswehr für Jugendliche sind ein weiterer Schritt darin, dass die Bundeswehr sich an immer jüngere Kinder und Jugendliche wendet, um sie für den Dienst an der Waffe zu gewinnen. Sie sind damit die Fortsetzung einer Entwicklung, die vom massiven Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen über Planspiele für SchülerInnen bis zur Kooperation der Bundeswehr mit einer Grundschule reicht.

Statt eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Außenpolitik und Militäreinsätzen zu ermöglichen, will die Bundesregierung Kinder und Jugendliche schon in der Schule und jetzt auch im Urlaub für die Lösung internationaler Probleme durch Kriege indoktrinieren. Ihr Vorgehen widerspricht damit allen Grundsätzen der politischen Jugendbildung.

Die Bundeswehr benutzt zugleich auf zynische Weise die soziale Spaltung, wenn sie mit kostenlosen Ferienlagern wirbt. Wie auch mit der Aussicht auf ein bezahltes Studium oder einen sicheren Ausbildungsplatz zielt ihre Werbung besonders auf Jugendliche ab, die von Armut betroffen sind. Kinder von Zahnärztinnen und Bankern können sich Urlaub am Mittelmeer auch ohne Kriegspropaganda leisten - von Hartz IV lebende Jugendliche dagegen kaum.

DIE LINKE fordert einen Abzug der Jugendoffiziere von Schulen und Hochschulen und ein Ende aller Werbemaßnahmen der Bundeswehr, die auf Minderjährige gerichtet sind. Mit dem Geld für die Bundeswehr-Camps sollten stattdessen Vereine in der Jugendarbeit unterstützt werden, damit alle Jugendlichen die Chance auf Urlaub haben - und zwar ohne Werbung für Krieg und Militär. In diesem Sinne unterstützen wir die von 100 Initiativen organisierte Aktionswoche für eine militärfreie Bildung und Forschung vom 24. bis 29. September.