Matthias Höhn

Dominanz prekärer Beschäftigung brechen

Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt im Monat September erklärt der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn:

Die monatlichen offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit zeigen ein nur sehr unvollständiges Bild der Situation auf dem Arbeitsmarkt. Das beginnt damit, dass die Statistik grob dem politischen Wunschdenken der Regierung unterworfen ist. Statt der offiziell 2,788 Millionen wären es ohne Tricksereien 3,624 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Statistik sagt nichts darüber, wie viele Arbeitslose nur verwaltet werden, statt sie in existenzsichernde Arbeit zu bringen und sie sagt nichts darüber, wie viele nicht vermittelt wurden, weil bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gekürzt wurden.

Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt gehört auch, dass Leiharbeit reguläre Beschäftigung verdrängt, der Niedriglohnbereich wächst und prekäre Arbeitsverhältnisse bei Neuvermittlung mehr Regel als Ausnahme sind. Schwarz-Gelb vernachlässigt es sträflich, Konjunkturimpulse zu setzen, die Binnenkaufkraft zu stärken - beides wäre notwendig und machbar.

Lohndumping muss verhindert, ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn eingeführt werden. Leiharbeiter müssen der Stammbelegschaft mindestens gleichgestellt werden. Dafür steht DIE LINKE. So ließe sich gute Arbeit zu guten Löhnen schaffen und der Gefahr der Altersarmut begegnen. So könnte man die Dominanz der prekären Beschäftigung brechen, den deutschen Arbeitsmarkt krisenfest machen und den Druck von anderen Volkswirtschaften Europas nehmen.