Sahra Wagenknecht

Bundesbank widerspricht Bunderegierung bei Armuts- und Reichtumsbericht

"Das ist eine Klatsche für die Bundesregierung. Die Vermögensunterschiede in Deutschland sind noch krasser als im frisierten Reichtums- und Armutsbericht und schlimmer als in vergleichbaren Euro-Staaten", kommentiert Sahra Wagenknecht die Studie der Bundesbank "Private Haushalte und ihre Finanzen", im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB), wonach die reichsten zehn Prozent der Haushalte über 59,2 Prozent des Nettovermögens verfügen und somit über sechs Prozent mehr als im Reichtums- und Armutsbericht der Bunderegierung unterstellt. Die Erste stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN weiter:

"Die Bundesregierung muss jetzt erklären, ob ihr die Zahlen bereits früher bekannt waren. Fest steht: Das Leistungsprinzip wird mit den Füßen getreten. Die Bundesregierung fördert den Reichtum einer Minderheit, während die Mehrheit an Wohlstand verliert. Die Armut wächst und die Mittelschicht schrumpft. Dabei beruht die Studie auf freiwilligen Angaben. Der Reichtum der Superreichen ist daher möglicherweise noch extremer.

Die EZB ist eine öffentliche Einrichtung. Dennoch schützt sie die Finanzhaie. Sie hält die Ergebnisse einer  gleichgerichteten Studie zu Zypern zurück, um die vermeintlichen Rettungspakete nicht zu gefährden. Die Bundesregierung muss die EZB unverzüglich auffordern, die Ergebnisse der Studie in Zypern der Öffentlichkeit und dem Bundestag zu übermitteln. DIE LINKE fordert unverzügliche Klarheit über die Vermögensverhältnisse in der Euro-Zone."