Katja Kipping

Hunger und Unterernährung im Überfluss

Anlässlich des Welternährungstages, am 16. Oktober 2013, und des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut, am 17. Oktober 2013, erklärt die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Katja Kipping:

Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Insgesamt leiden 870 Millionen Menschen an Hunger. Dagegen gehen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verloren oder werden entsorgt – das ist ein Drittel der Weltjahresproduktion. Nur 0,24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der reichen Länder würden genügen, um den Hunger weltweit auszumerzen.

Deutschland, das wirtschaftlich stärkste Land in Europa, gibt nur ganze 0,4 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt für Entwicklungshilfe aus. Deutschland hat die Absicht, bis 2015 die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukt aufzustocken. Würden die Regierenden in Deutschland und die der anderen reichen Länder es tun, wäre die schlimmsten Folgen von Armut - Hunger und Elend - beseitigt. Gäbe man den armen Ländern und Menschen in den Entwicklungsländern ihr Recht auf Ernährungssouveränität zurück, statt sie auszuplündern und nieder zu konkurrieren, könnten diese eigene nachhaltige Ökonomien entwickeln und gesund leben. Sie müssten nicht als Migrantinnen und Migranten ihr Leben riskieren - weder im Mittelmeer noch sonst wo.