Matthias Höhn

20. Juli 1944: Jede Form von Widerstand war richtig und wichtig

Am 20. Juli jährt sich zum 70. Mal der Tag des Attentats auf Adolf Hitler. Dazu erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE, Matthias Höhn:

Am 20. Juli vor 70 Jahren scheiterte das Attentat auf Adolf Hitler, in der Folge wurden viele der Verschwörer um Oberst Graf von Stauffenberg verhaftet, gefoltert, ermordet. Ihnen gilt unser ehrendes Gedenken.

Die sehr oft spürbare Tendenz, den Widerstand gegen Hitler auf die Ereignisse um den 20. Juli 1944 zu reduzieren und dadurch kommunistischen, sozialdemokratischen oder jüdischen Widerstand zu marginalisieren, ist jedoch nicht richtig. Jede Form von Widerstand, die zum Ziel hatte, den faschistischen Terror und den Krieg zu beenden, verdient Respekt und Würdigung.

Es dauerte in Ost und West - aus unterschiedlichen Gründen - jeweils eine lange Zeit, bis die Verschwörer um Stauffenberg als Mitglieder des Widerstandes gegen Hitler anerkannt wurden. Dort galt der Anschlag als zu wenig proletarisch untersetzt und da galten die Attentäter noch lange als "Eidbrüchige". Und es dauerte auch in der wiedervereinigten Bundesrepublik noch bis 2009, bis Wehrmachtsdeserteure und Opfer der NS-Militärjustiz gesetzlich rehabilitiert wurden.

Ein Erfolg des Umsturzversuches vom 20. Juli hätte vermutlich keine demokratische Republik gebracht - er hätte aber den Krieg beendet, das Terrorsystem beseitigt und zumindest Chancen eröffnet für ein neues, friedliches Deutschland. Über alle politischen Differenzen hinweg ist dies Grund genug, das Andenken an die Verschwörer zu bewahren. Widerstand gegen Diktaturen, Unmenschlichkeit und Terror ist immer richtig.