Matthias Höhn

Langzeitarbeitslose brauchen aktive Arbeitsmarktpolitik

Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Juli erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE, Matthias Höhn:

Laut offizieller Statistik waren im Juli in Deutschland 2,871 Millionen Menschen ohne Arbeit. Wären alle mitgezählt, die aus statistischen Gründen in den offiziellen Zahlen nicht auftauchen, wäre das Ergebnis realistisch - und schlechter: Real liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 3,663 Millionen, wie DIE LINKE auch in diesem Monat nachgerechnet hat.

Die Bundeagentur schätzt die Situation auf dem Arbeitsmarkt trotz des Anstiegs um 39.000 Arbeitslose als "stabil" ein. Stabil - unverändert fest und unverändert hoch - ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Deren Situation auf dem Arbeitsmarkt ist besonders prekär. Der Sozialverband Deutschlands (SoVD) bescheinigte der Regierung gestern gerade in Bezug auf Langzeitarbeitslose Totalversagen. Sie sind weitgehend chancenlos, ausgegrenzt; eine aktive Arbeitsmarktpolitik findet nicht statt. Statt in Weiterbildung, Fortbildung und die Aussicht auf Berufsabschlüsse zu investieren, um Langzeitarbeitslosen Chancen zu eröffnen, wird den Betroffenen das Grundrecht auf Existenzsicherung und Teilhabe weiter beschnitten.

DIE LINKE fordert endlich eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die sich ernsthaft mit dem Problem der hohen Sockel- und Langzeitarbeitslosigkeit auseinandersetzt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an das, im Februar vom Vorstandsmitglied der Bundeagentur Heinrich Alt, angeregte Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Es sollte Realität werden, schnell.