Solidarität mit den von Entlassung bedrohten Beschäftigten der Quelle/Neckermann Management Services in Nürnberg, Fürth und Leipzig

Beschluss des Gründungsparteitags der Partei DIE LINKE am 16. Juni 2007

Das Unternehmen Karstadt-Quelle droht bei seinen Tochterfirmen Quelle/Neckermann-ManagementService an den Standorten Nürnberg/Fürth und Leipzig mit Massenentlassungen. Das Unternehmen will die Arbeitsplätze in den Osten verlagern. Konzernchef Thomas Middelhoff will mit dieser Drohung erreichen, dass die Beschäftigten, die Angst um ihre Arbeitsplätze haben, für weniger als die Hälfte des Lohnes bei längerer Arbeitszeit und weniger Urlaub dieselben Tätigkeiten wie bisher verrichten.

Ca. 700 Kolleginnen und Kollegen der bisherigen Service-Center sollen entlassen und dann bei einer neuen Firma eingestellt werden, bei der sie dann – bei gleicher Tätigkeit als Produktberater und Hotline für Verbraucherfragen – allerdings statt bisher 2.300 € brutto nur mehr weniger als die Hälfte(!), nämlich 1.100 € brutto an Einkommen beziehen sollen. Außerdem ist im Gespräch nur noch Teilzeitarbeitsverhältnisse anzubieten, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sollen in der neuen Firma entfallen, die Arbeitszeit aber auf 42 Wochenstunden erhöht werden und der Urlaub auf 4 Wochen gekürzt werden.

Von diesen Hungerlöhnen können die Kolleginnen und Kollegen schlichtweg nicht leben. Dieses Verhalten der Unternehmensleitung ist völlig inakzeptabel, nur an kurzfristigen Profitinteressen orientiert und schlicht und einfach unanständig. Die Beschäftigten sind nicht für die wirtschaftliche Krise im Unternehmen verantwortlich. Unternehmerisches Handeln kann sich aber nicht darin erschöpfen, den Beschäftigten mit massiven Lohnkürzungen zu drohen. Die Beschäftigten wehren sich gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft ver.di zu Recht. Nach einigen Protestaktionen wurde jetzt die Urabstimmung für einen Streik eingeleitet.

Der Gründungsparteitag der LINKEN am 16. Juni 2007 erklärt sich solidarisch mit den kämpfenden Kolleginnen und Kollegen der Service-Center und fordert die Konzernleitung auf, die Kündigungen zurückzunehmen und mit ver.di über einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten zu verhandeln.