Beschluss 2009-86

"Make Capitalism History"-Congress (Kongress DIE LINKE.SDS) vom 2. bis 4. Oktober 2009 an der FU Berlin

Beschluss des Parteivorstandes vom 16. Juli 2009

1. Der Parteivorstand nimmt die Konzeption zur Durchführung des Kongresses zustimmend zur Kenntnis (Anlage).

2. Der Parteivorstand unterstützt die Durchführung des Kongresses mit einem Zuschuss aus dem zentralen Veranstaltungs- und Kampagnefonds in Höhe von 25.000 Euro.

Anlage

Kurzinformation zum "Make Capitalism History" Congress, 2. bis 4. Oktober FU Berlin
(bereits davor: 29. September bis 1. Oktober Herbstakademie "Marx neu entdecken")

Inhaltliches Konzept

Wir wollen Studierende und SchülerInnen zusammenbringen mit Aktiven aus den Krisenprotesten, den Gewerkschaften, der LINKEN und der globalisierungskritischen Bewegung, um eine Woche nach der Bundestagswahl (und 2 Wochen vor Semesterstart) über Analysen, Alternativen und Aktionen zu diskutieren. Für den Wahlkampf bietet es jungen Menschen und allen anderen Interessierten eine Perspektive über die Wahl hinaus. Andererseits schafft der Kongress im Wahlkampf die Möglichkeit Menschen für DIE LINKE zu interessieren die ihr bisher kritisch gegenüber standen.

Bildungsstreik

Mit dem Kongress wollen wir Die Linke.SDS an den deutschen Hochschulen als aktive linke Kraft stärken. Der Bildungsstreik war mit 270.000 DemonstrantInnen ein großer Erfolg auch medial. Der Bologna-Prozess ist diskreditiert. Politiker müssen auf uns reagieren (siehe Kehrtwende von Schavan).

Inzwischen wurden an der HU Berlin und in Potsdam relevante Erfolge erreicht (Anwesenheitskontrollen abgeschafft, keine Zugangsbeschränkung Masterstudium). Der SDS ist darin zentral verankert. Und wir wollen auf dem Kongress die inhaltlichen Kenntnisse dieser jungen Bewegung fundieren. Daher haben wir die bekanntesten DozentInnen zu dem Thema eingeladen.

Die Studierenden zeigen: Wer kämpft kann gewinnen! Und wir kommen wieder!

Dieses Signal soll auch eine Woche nach Bundestagswahl anderen Akteuren für den Herbst und für 2010 Mut machen.

Hegemonie der LINKEN

Insgesamt haben wir 4 Themenblöcke; Kapitalismus, Bildung, Kultur, Marx.

Wir wollen auch die großen gesamtgesellschaftlichen Fragen stellen und dazu beitragen, ein politisches, kulturelles und intellektuelles Milieu zu schaffen, welches DIE LINKE als relevante Kraft versteht, mit der man aktiv die Gesellschaft verändern will, entweder als SympathisantIn oder als Mitglied..

Das betrifft die soziale Frage, aber auch viele weitere Themen, bei denen in der öffentlichen Wahrnehmung leider noch nicht ganz angekommen ist, dass sie zum Spektrum der LINKEN gehören. Deshalb spielen sie bei uns eine große Rolle (Beispiele siehe im Anhang).

Medien

Wir nutzen alle neuen Kanäle des Internets (facebook, myspace usw.) und haben gute Kontakte zu wichtigen linken Internetseiten (z.B. antifa.de, eine der meist frequentiertesten Seiten). Wir verhandeln mit der taz und dem Freitag über eine Medienpartnerschaft. Mit der jungen Welt haben wir bereits eine Medienpartnerschaft.

Eine Woche nach der Bundestagswahl dürfte der Kongress auch ein Ort sein, wo man ein mediales Signal zu den Ergebnissen der Wahl aussenden kann. Dazu eignet sich das Abschlusspodium des Kongresses.

Wir werden in den nächsten Wochen hoffentlich ein Ergebnis haben, wer dort von der LINKEN spricht.

(Der noch nicht fertigen ReferentInnenliste auf unserer Homepage könnt ihr entnehmen, wer von der LINKEN mit dabei ist, u.a. Sevim Dagdelen, Heike Hänsel und Katja Kipping.

Bei uns werden folgende Termine des Herbstes und 2010 in Veranstaltungen und auf dem Abschlusspodium präsent sein: Bildungsstreik (ab Mitte Oktober), Krisenproteste (Ende Nov., Dezember), Klimakonferenz Kopenhagen (Mitte Dezember), Dresden 2010 – Naziaufmarsch verhindern.

Kritische Wissenschaft

Als Teil des Gesamtkonzeptes findet vom 29.9. bis 1.10. bereits die "Herbstakademie Marx neu entdecken" statt.

Mit der Kapital-Lesebewegung waren wir im letzten Jahr in Zeitungen und bei der ARD. Die Akademie soll vor allem Grundlagen der marxschen Kapitalismuskritik vermitteln als wichtige Grundlage für kritische Wissenschaft, die den Status Quo nicht stumpf legitimieren, sondern verändern will.

Organisatorisches

Wir haben für einen Kongress mit 6 Tagen (3 Tage Akademie, 3 Tage Kongress) natürlich auch finanzielle Kosten; bei Bedarf können wir die Planung im Einzelnen vorlegen. Wir wollen Euch daher um eine Unterstützung von 30.000€ bitten.

Vor allem aus folgenden Gründen:

a) Solch einen Kongress kann man nicht aus Eintrittskosten refinanzieren: Wir rechnen mit 800 bis 1000 Gästen. An Einnahmen (bei 1000) erwarten wir 800 Studierende, SchülerInnen, Erwerbslose à 10 € und 200 ArbeitnehmerInnen à 20 € = 12.000 €. Wir werden auch geringe Unterstützung von der Wolfgang-Abendroth -Stiftungsgesellschaft (WASG) und dem Fördererkreis für demokratische Volks- und Hochschulbildung erhalten. Von der Rosa-Luxemburg-Stiftung dürfen wir anders als attac (!) für seinen großen Kapitalismus-Kongress aus rechtlichen Gründen kein Geld erhalten.

b) Dazu werden wir bei an der FU Berlin Raumkosten haben. Die Verhandlungen laufen seit über 2 Monaten.

Momentan werden wir wie ein normaler externer Gast behandelt und sollen für 6 Tage 17.000 € bezahlen. Wir sind aber schon froh, dass wir bei den heutigen neo-liberalen Rektoren wenigstens schon mal inhaltlich eine Erlaubnis für den Kongress haben. Ausweichmöglichkeiten gibt es keine.

Die zuständige Frau im Rechtsamt weigert sich, uns persönlich zu empfangen oder länger am Telefon mit uns zu sprechen. Wir haben einen Vorschlag unterbreitet, dass wir einen Preis unter 10.000€ zahlen wollen. Darauf bekommen wir erst nächste Woche eine Antwort (nach 2 Wochen Wartezeit).

Wir hoffen daher, dass Ihr mit der oben erwähnten Perspektive, den Kongress als Teil des Wahlkampfes und des Ringens um eine linke Hegemonie an den Hochschulen und außerhalb versteht und uns die beantragte Unterstützung bewilligt.

Mit besten Grüßen

Steffi Graf (Die Linke.SDS Geschäftsführung),

Win Windisch (Die Linke.SDS Kapital-lesen AG)