Informationsvorlage

100 Jahre Internationaler Frauentag - Preisverleihung und Festveranstaltung

Informationsvorlage des Parteivorstandes vom 29. und 30. Januar 2011 in Ergänzung des Beschlusses des Geschäftsführenden Parteivorstandes vom 17. Januar 2011

Der Geschäftsführende Parteivorstand hat die Konzeption des Frauenpreises in seiner Sitzung am 17. Januar 2011 – einschließlich des vorgelegten Finanzplans – bestätigt und gibt ihn den Mitgliedern des Parteivorstandes zur Kenntnis. Der Parteivorstand beschließt entsprechend des beschlossenen Konzepts die Auslobung des Frauenpreises.

1. Der Preis

Ausschreibung des Clara-Zetkin-Preises

DIE LINKE lobt anlässlich des 100. Frauentages das erste Mal 2011 einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden.

Dieser Preis ist nach Clara Zetkin benannt. Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen zusammen mit Käte Duncker die Einführung eines internationalen Frauentages. Inspiriert von US-amerikanischen Feministinnen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht einzuführen, beschlossen die Frauen einen jährlichen Frauentag, der zunächst das Frauenwahlrecht einforderte. Bis zu diesem Beschluss hatte Clara Zetkin einen weiten Weg zurückgelegt. Noch 1889, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen, erkannte sie „keine besondere Frauenfrage an“. Politische Rechte galten ohne ökonomische Freiheit als wertlos. Zetkins  setzte sich beharrlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ein, dies auch gegen die eigenen Genossen, die gegen die Frauenerwerbsarbeit kämpften. 1892 wurde sie als Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“ aktiv. Am Vorabend des neuen Jahrhunderts vertrat sie inzwischen konsequent die Unteilbarkeit politischer und sozialer Rechte für Frauen. Unsere heutige Bezugnahme auf Clara Zetkin würdigt sie als Begründerin des Internationalen Frauentages und erfolgt aus einer demokratisch-sozialistischen Perspektive, die diese Entwicklung im Lebenswerk Clara Zetkins anerkennt.

100 Jahre später bleiben entscheidende Forderungen der Frauenbewegungen uneingelöst. DIE LINKE, als  Partei mit sozialistischem und feministischem Anspruch, setzt sich für eine gerechte, solidarische, demokratische und friedliche Gesellschaft ein, die Frauen wie Männern ein selbstbestimmtes Leben ohne Unterdrückung ermöglicht. Sie sucht dabei die Kooperation mit Fraueninitiativen, kritischen Sympathisantinnen und internationalen feministischen Netzwerken in Wissenschaft, Kultur und Politik, in Wirtschaft und Medien.

Im Sinne Clara Zetkins würdigt DIE LINKE mit dem nach ihr benannten Preis jährlich eine Frau (Einzelperson oder Vertreterin einer Frauenorganisation), die durch ihren persönlichen Einsatz die Lebensbedingungen von Frauen verbessert, die Emanzipation befördert oder durch ihr Schaffen anderen Frauen auf ihrem Lebensweg ein Vorbild, eine Anregerin geworden ist.

Die Verleihung eines Frauenpreises soll die Beachtung für das eigensinnige und uneigennützige Engagement von Frauen in der Öffentlichkeit erhöhen und ermutigen, die eigenen Fähigkeiten und Kräfte für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Ob als Nobelpreisträgerinnen oder Krankenschwestern, als Musikerinnen oder in prekären Jobs, ob in der Pflege, im Ehrenamt, im sozialen Umfeld – Frauen leisten Tag für Tag Großartiges für ein solidarisches, lebendiges und kreatives Gemeinwesen. Anerkennung und öffentliche Debatte dafür bleiben noch zu oft auf der Strecke. Der Clara-Zetkin-Preis wird auf diese Lücke verweisen und Anregung sein, mehr Erfolge in den Frauenkämpfen durchzusetzen.
Gleichzeitig geht es mit dem Clara-Zetkin-Preis auch darum, den Internationalen Frauentag, der immer mehr als politischer Tag in Vergessenheit gerät, ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen.

Wer kann sich bewerben?

Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben. Anlässlich des 100. Jahrestages des Internationalen Frauentages soll einmalig das Lebenswerk einer Frau gewürdigt werden. Zudem soll ein aktuelles Projekt oder eine Initiative einer Frau ausgezeichnet werden. Es können sich Frauen oder Projekte für den Frauenpreis selbst bewerben oder von Parteimitgliedern der LINKEN vorgeschlagen werden, die im Sinne folgender Inhalte und Kriterien wirken.

  • Engagement / Arbeit für Frauen oder die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft, hier auch besonders in Politik, Wissenschaft, Kultur und Kunst
  • Frauen, die mit ihrem kulturellen oder künstlerischen Schaffen eine solidarische und gerechtere Gesellschaft befördern sowie anderen Frauen als Vorbild dienen

Diese Orientierung gilt für beide Kategorien gleichermaßen.

Die Jury

  • Caren Lay, MdB, Ulrike Zerhau und Gabi Ohler (Parteivorstand)
  • Beate Ehms, LISA
  • Melanie Stitz, Redakteurin von „Wir Frauen“
  • Gabriele Gün Tank, Vorstand des Migrationsausschusses der IG-Metall Berlin, Brandenburg, Sachsen
  • Gisela Kessler
  • Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin Berlin-Lichtenberg

Werbung/Öffentlichkeit:

Der Preis  wird nach der Beschlussfassung durch den Geschäftsführenden Parteivorstand ausgelobt. Die Auslobung wird mit den formalen Antragsformularen (siehe Anlage 1) via Hompage der LINKEN, über innerparteiliche Verteiler und Zeitungsannoncen (ND, taz, FREITAG) beworben und dann gemeinsam mit der Bewerbung der Veranstaltung der Preisverleihung bekannt gemacht.
Der Einsendeschluss ist der 20. Februar 2011.

2. Die Preisverleihung

Am 12.03. findet eine Festveranstaltung in der Kulturbrauerei – Palais – statt. Dazu werden neben interessierten Frauen aus der Partei auch Bewerberinnen um den Frauenpreis eingeladen.

  • 17.30 Uhr Das Entree ist eine musikalische lockere Begleitung und Begrüßungssekt.
  • 18 bis ca. 19 Uhr Preisverleihung (Rahmenprogramm mit Künstlerinnen)
  • Rede der Vorsitzenden Gesine Lötzsch

Das für den Preis nominierte Projekt/die Persönlichkeit/ die Projekte werden in der Gesamtheit durch eine Vertreterin der die Jury vorgestellt.
Je eine Laudatorin würdigt die Preisträgerinnen in der Kategorie Lebenswerk und in der Kategorie aktuelles Projekt.

Der Parteivorstand begrüßt, dass die Fraktion tagsüber eine Internationale Anhörung durchführt und am Abend zum Empfang im Anschluss an die Preisverleihung lädt, zu dem auch die Teilnehmerinnen der Preisverleihung eingeladen werden.