DIE LINKE lernt – wirklich? Dritter Bildungstag der LINKEN am 27. November in Berlin

Der nunmehr zum dritten Mal stattfindende „Bildungstag“ ist das jährliche Treffen von Aktiven aus der innerparteilichen Bildungsarbeit der LINKEN. Im Motto des Bildungstags „DIE LINKE lernt – wirklich?“ spiegelt sich die Situation der Bildungsarbeit der LINKEN gut wider.

Nachdem mit Gründung der Partei DIE LINKE Aktivistinnen und Aktivisten aus PDS und WASG, aus Ost und West, mit viel Enthusiasmus begonnen hatten, eine systematische und organisierte Bildungsarbeit aufzubauen, sind heute die Erfolge der Aufbauarbeit sichtbar. Zusätzlich zu bereits vorhandenen Bildungsaktivitäten der Basisorganisationen im Osten gibt es heute in fast allen Bundesländern Bildungsstrukturen auf Landesebene und bundesweite Seminarangebote – vom Neumitgliederseminar bis zur Feministischen Sicht auf die Programmdebatte, für die mehr als 200 Teamerinnen und Teamer ausgebildet wurden.

Auch mit der Zielgruppengenauigkeit sind wir relativ zufrieden. Es gelang uns zum Beispiel, vor allem im Westen, vor Ort zahlreiche neue Mitglieder zu erreichen, die mit dem Eintritt in DIE LINKE zum ersten Mal politisch aktiv wurden. Aber noch immer stehen wir am Anfang, sind es zu wenige Mitglieder, die an Bildungsangeboten teilnehmen und die Erkenntnisse der Bildungsarbeit setzen sich noch lange nicht in konkrete Politik um. Deshalb die Frage: „DIE LINKE lernt – wirklich?“

Der Bildungstag teilt sich in zwei inhaltliche Blöcke, die mit der Fragestellung zusammenhängen. Am Vormittag wird es eine moderierte Gesprächsrunde unter dem Thema „Alle reden vom Kapitalismus – Wir lernt man ihn begreifen?“ geben. Anne-Kathrin Krug, Christoph Lieber, Sybille Stamm und Harald Werner werden – natürlich zusammen mit dem Publikum - die Frage diskutieren, wie Kapitalismuskritik in Bildungsarbeit umgesetzt werden kann. In einer längeren Mittagspause besteht dann die Möglichkeit die Morgen-Diskussion zu vertiefen. An verschiedenen Tischen stellen sich die „Fachleute“ zur Diskussion. Man kann mal hier und da schnuppern und mitdiskutieren, Eindrücke sammeln und Genoss/innen aus allen Bundesländern kennenlernen.

Am Nachmittag stehen dann die konkreten Probleme der Bildungsarbeit vor Ort im Mittelpunkt. Ich bin neu gewählt als Verantwortliche/r für innerparteiliche Bildung oder will unsere Bildungsarbeit im Kreisverband vorantreiben. Wie mache ich das denn? Wie organisiere (und finanziere) ich Seminare und kommen die Leute auch? Wie kann Bildungsarbeit in die ganz „normale“ Parteiarbeit integiert werden? Wie verbinde ich Bildungsarbeit mit den Kampagnen unserer Partei und können wir, ähnlich wie die Gewerkschaft ver.di bei Streiks, bei den Herbstaktionen so etwas wie mobile Bildungsarbeit organisieren? Hinzu kommt die Pädagogik. Wie organisieren wir gemeinsame Lernprozesse, welche Methoden wenden wir an? Diese Fragen wollen wir in Arbeitsgruppen diskutieren. Außerdem wollen wir in zwei Arbeitsgruppen den Schwerpunkt auf politisch/inhaltliche Fragen legen. Einmal werden wir uns, leider sehr aktuell, mit der Herausforderung des Rechtspopulisms und der Sarrazin-Debatte beschäftigten. Und zum Zweiten sollen die Diskussionen über Kapitalismuskritik und Bildungsarbeit praktikabel gemacht, d.h. für die Bildungsarbeit vor Ort konkretisiert werden.

In einer Abschlussrunde sollen die Diskussionen der Arbeitsgruppen ausgewertet und die Ergebnisse später allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Bildungstags zugängig gemacht werden.

Anmeldungen sind ab sofort direkt bei daniel.wittmer@die-linke.de, telefonische Rückfragen beantworten wir unter 030/24009-230 gerne. Ob in Euren Bundesländern eine gemeinsame Anreise organisiert wird, erfahrt ihr von euren Mitgliedern der Kommission Politische Bildung.

Heinz Hillebrand