Sachsen

Mittleres Alter in den LINKEN

Die unterschiedlichen Altersgruppen binden wir aber nicht gleichermaßen in der Partei ein. Eines wird ganz deutlich, insbesondere im Osten: Es gibt viele ältere Genoss/innen und weniger junge bzw. Genoss/innen im mittleren Alter.

Mitmachen bei den LINKEN fetzt! Die Möglichkeiten, sich in unserer Partei einzubringen, sind vielfältig. Es gibt viele Mitstreiter/innen, die uns auf Demos vetreten, Veranstaltungen organisieren und Projekte durchführen. Andere bringen sich in Stadt-, Kreis- und Ortsbeiräten ein.

Die unterschiedlichen Altersgruppen binden wir aber nicht gleichermaßen in der Partei ein. Eines wird ganz deutlich, insbesondere im Osten: Es gibt viele ältere Genoss/innen und weniger junge bzw. Genoss/innen im mittleren Alter. Auffällig ist auch (speziell am Beispiel Sachsen), dass es zwei Austritts-Spitzen gibt. Eine davon ist die Altersklasse 25-30 Jahre, was auf einen attraktiven Jugendverband schließen lässt, aus dem aber die Aktiven nicht immer in der Partei landen. Wie kann man jedoch die Aktiven, die aus der Jugendgruppe (U30) herausgewachsen und sich für den Ortsverband (i.d.R. Ü60) zu jung fühlen, motivieren, sich politisch zu engagieren?

Im Stadtverband Dresden wurde dazu ein Modellversuch gestartet: Die Gründung eine quasi "Mittelalter-AG":

  • offen für alle
  • jedoch mit dem Fokus auf die Altersgruppe 25-50 Jahre, um dieser überhaupt einen Anlaufpunkt zu bieten

Ziele:

  • Der Schwerpunkt der politischen Arbeit ist kein inhaltlich vorbestimmtes Thema. Ebenso gibt es keine Vorgabe der Arbeitsweise (wie z.B. das oft kritisierte reine Verfassen von Beschlüssen).
  • Vielmehr soll eine angebotsorientierte Politik geschaffen werden, bei der sich Mitglieder und Sympathisanten politisch verwirklichen können und dafür wiederum Unterstützung durch die AG erfahren. Die zweiwöchigen Treffen sind daher dreigeteilt, um allen unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden:

    1. Tagesaktuelle Debatte oder inhaltliche Diskussion (~ 30 min) -> Meinungsaustausch, (politische) Bildung, "Reden."
    2. Organisation und Projektplanung (~ 90 min) -> Aktionen, Veranstaltungen, Projekte, "Machen."
    3. "Socialising" und Ideenwerkstatt (open end)

  • Es wird eine intensive Zusammenarbeit mit allen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger praktiziert, um sich durch diese "Symbiose" gegenseitig zu unterstützen (AG: parteipolitisch, Orga, "Manpower"; Mandatsträgerinnen/Mandatsträger: parlamentarischer Einfluss, Inhaltliches).

Aufbau:

  • Die Struktur der AG ist flexibel, um sich an die jeweiligen politischen Entwicklungen und die Aktivität der Beteiligten anzupassen. Es gibt keinen Vorstand oder Vorsitzende, jedoch Koordinatoren, deren Aufgabe sich darauf beschränkt, administrative Aufgaben (Einladungen, Tagesordnung, Protokoll, ...) zu übernehmen, damit die Gruppe politisch arbeiten kann.
  • Weiterhin ist die AG zumindest formal entterritorialisiert, um die geringe Anzahl der Mitglieder dieser Altersgruppe nicht auf unzählige Ortsverbände zu verteilen -> in diesem Fall praktische Grenze in und um Dresden nur durch Fahrtwege.

Zu beachten ist:

  • Die AG benötigt - wie alle Gruppen - ein Mindestmaß an Personal (> 6 Aktive), um handlungsfähig zu sein. Weiterhin wird eine gute Durchmischung an Personalgruppen benötigt (Ideengeber, Projektmanager, Umsetzer, Theoretiker, Konsumenten), damit die verschiedenen Aufgaben eines Projekts oder einer Kampagne umgesetzt werden können.
  • Die "Mittelalter-AG" trägt den Namen "DIE LINKE. Eine für alle! Dresden", um die Alterskomponente bewusst außen vor zu lassen.

Fazit:

Innerhalb eines Jahres hat sich in Dresden eine stabile Struktur quasi aus dem Nichts herausgebildet, die als Anlaufpunkt für politisch Aktive fungiert. Trotz der verstärkten Einbindung der Ziel-Altersgruppe in die Parlamente und einem geringeren Grad an Freizeit (Berufsleben, Familie, ...) ist es gelungen, mit dem wenig vorhandenen Personal eine schlagkräftige Gruppe aufzubauen, welche einen Großteil der öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Projekte der Dresdner LINKEN (jenseits der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger) unterstützt oder selbst organisiert. Auch parteiinterne Aufgaben werden übernommen, wie zum Beispiel die Erstellung einer Kreisverbands-Mitmachenbroschüre oder der Aufbau eines Veranstaltungsmaterial-Pools (welcher mittlerweile im Landesverband genutzt wird).

Nachteilig ist zu erwähnen, dass - aufgrund der offenen Arbeitsweise - kaum Themen angesprochen werden, die keine Interessierte in der Gruppe finden. Ebenso herrscht offensichtlich kein Interesse am Abarbeiten von Beschlüssen oder Papieren anderer Gremien. Durch den hohen Grad an ’nach außen gerichteter politischer Arbeit’ ist der Finanzbedarf der "Mittelalter-AG" um ein deutliches höher, als der der Ortsverbände oder inhaltlichen Zusammenschlüsse.

Bei Fragen:

Internet: www.dielinke-efa-dresden.de
Ansprechpartner: Robert Wünsche; robert.wuensche@dielinke-sachsen.de