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Was wird hier gefördert?

Kurzbericht

Das Klinikum Wahrendorff ist der mit Abstand größte Arbeitgeber (rund 1.400 Beschäftigte) in Sehnde (Niedersachsen).

Immer wieder gerät das Klinikum in die Schlagzeilen, weil, wie der Betriebsratsvorsitzende Hartmut Völger sagt, ein akuter Personalmangel herrscht. Den Grund dafür sieht Völger in der schlechte Bezahlung (bis zu 30% unter Tarif), die dafür sorgt, dass zum einen die Beschäftigten zu anderen, besser zahlenden Arbeitgebern wechseln und zum anderen macht diese schlechte Bezahlung den Arbeitgeber auch für Arbeitsuchende nicht attraktiv.

Der Betriebsratsvorsitzende hat sich immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt und Unterstützung von der örtlichen Politik erhalten.

Jutta Krellmann MdB (DIE LINKE) war über die Berichte der Betroffenen erschüttert und bot ihre Unterstützung an. Fritz Wilke, stellvertretender Ortsbürgermeister und Stadtrat (DIE LINKE), war bei ver.di-Mitgliederversammlungen zu Gast und hörte sich an, was die Kolleginnen und Kollegen zu sagen und anzuklagen hatten. Ebenso kam Reinhard Nold, OV-Vorsitzender des DGB und ver.di zu Mitgliederversammlungen. Er rechnete vor, dass der jetzige Lohn einer ausgelernten Pflegekraft nicht ausreicht, um bei einer Rente oberhalb der Grundsicherung zu landen.

Das Land will den 65 Millionen teuren Klinikneubau der Firma Wahrendorff mit 48 Millionen Euro bezuschussen. Bei der Vergabe des Fördergeldes wurde weder auf die Tariftreue noch auf die Qualität des Arbeitgebers geachtet. "Damit fördert man einen Arbeitgeber bedingungslos, der dafür sorgt, dass seine Arbeitnehmer, sofern sie überhaupt im Betrieb bleiben, in der Rente auf eine staatliche Unterstützung angewiesen sind!", sagen Nold und Völger. Wilke weiter: "Hier wird die öffentliche Hand gleich zweimal zur Kasse gebeten, das ist schon dreist!"