Inga Nitz

Angebot bleibt hinter Nachfrage zurück

Zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Inga Nitz:

Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres sind noch tausende Lehrstellen unbesetzt,  gleichzeitig sind viele Bewerberinnen und Bewerber weiterhin auf der Suche. Dabei haben sich viele bereits von ihrem Traumberuf verabschiedet und wären froh, wenn sie überhaupt eine Lehrstelle erhalten. Die Chancen dafür aber stehen nicht gut.

Laut Auskunft der Bundesagentur für Arbeit waren im Juli bundesweit noch etwa 113.000 Lehrstellen unbesetzt. Dem gegenüber stehen fast 191.000 unversorgte Bewerber. Das Angebot liegt also trotz sinkender Zahl von Schulabgängern erneut weit unter der Nachfrage. Dabei sind Altbewerber kaum berücksichtigt. Sie erhöhen die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden noch einmal deutlich.

Zusätzliche finanzielle Anreize wie der Ausbildungsbonus lehnt DIE LINKE ab. Der Ausbildungsbonus ist das denkbar ungeeignetste Instrument, um jungen Menschen ein Recht auf einen Ausbildungsplatz zu sichern, werden doch damit gerade diejenigen Unternehmen belohnt, die sich in den letzten Jahren vor Ausbildung gedrückt haben.  Auch der viel gepriesene Ausbildungspakt hat nicht die erhofften Ergebnisse gebracht, da die Selbstverpflichtung der Unternehmen häufig in so genannten Einstiegsqualifizierungen mündet, anstatt in betrieblicher Ausbildung. Freie Stellen werden überwiegend in Berufen angeboten, deren Löhne weit unter dem Existenzminimum liegen oder Schichtdienst voraussetzen. Viel zu selten bilden Betriebe und Unternehmen über ihren eigenen hinaus Bedarf aus.

DIE LINKE bleibt bei ihrer Forderung nach Einführung einer gesetzlichen Ausbildungsplatzumlage, um Unternehmen endlich in die Pflicht zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu nehmen.