Inga Nitz

Ausbildungspakt reicht bei weitem nicht aus

Zur Situation vor dem Beginn des Ausbildungsjahres erklärt das Mitglied im Parteivorstand, Inga Nitz:

Jährlich verspricht die Bundesregierung allen Schulabgängern ausreichend Ausbildungsplätze,  dennoch mussten sich im August 129.000 unversorgte junge Menschen auf nur 74.000 offene Lehrstellen bewerben. Sie werden gezwungen, nun gemeinsam mit Altbewerbern der letzten Jahre die Erfahrungen von Warteschleifen in Einstiegsqualifizierungen und dem Abseits der Arbeitslosigkeit zu machen. Die Bundesregierung versucht trotzdem, diese verheerende Situation als Erfolg zu verkaufen.

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2007 haben nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit rund 600.000 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagentur in Anspruch genommen. Das sind knapp 110.000 Jugendliche weniger als im letzten Jahr. Die Agentur begründet dies mit dem demografischen Wandel und stellt fest, dass sich junge Menschen häufig allein um Ausbildungsstellen kümmern. DIE LINKE meint, dass hier ein Vertrauensverlust in die staatliche Ausbildungspolitik deutlich wird und Jugendliche den Arbeitsmarkt sorgfältig beobachten.

Verunsichert werden sie, wenn sich große Unternehmen vor ihrer Verantwortung zur Ausbildung drücken und es in Deutschland nicht gelingt, dem Trend der Massenentlassungen entgegen zu wirken. Die Bundesrepublik wird in den nächsten Jahren vor weitaus größeren Herausforderungen als bislang stehen.

Ein Ausbildungspakt reicht eben nicht aus. DIE LINKE fordert die Verankerung des Rechts auf Ausbildung im Grundgesetz, damit nicht jährlich das Theater von vorn beginnt. Betriebe, die nicht ausbilden, sollen eine Ausbildungsplatzabgabe zahlen.