Rosemarie Hein

Bildungschancen sollen für ein Taschengeld verspielt werden

Wider besseres Wissen ist die SPD auf die CSU zugegangen und hat ein Betreuungsgeld ab 2013 in Aussicht gestellt. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Die Einigung der Koalition zum Betreuungsgeld richtet sich letztendlich gegen die Kinder. Ungeachtet aller Studien, die frühkindliche Bildung und Betreuung als förderlich für die kindliche Entwicklung einschätzen, besonders wenn es um den Ausgleich von sozial bedingten Nachteilen geht, sollen Eltern nun auch noch belohnt werden, wenn sie ihren Kindern diese Förderung nicht zuteil werden lassen.

Dabei werden die bisher im Gespräch befindlichen ca. 150 Euro die Lebenssituation der Familien nur teilweise verbessern können. Die Nachteile für Kinder besonders aus einkommensschwachen Familien werden so nicht ausgeglichen. Es ist scheinheilig, einerseits Krokodilstränen über die zunehmende Kinderarmut zu vergießen, andererseits aber Kindern mögliche umfassende Bildung und Betreuung gemeinsam mit anderen Kindern zu verweigern. 150 Euro sind nicht mehr als ein Taschengeld, das vielleicht die Situation besonders sozial benachteiligter Familien im Moment etwas verbessert, aber perspektivisch zu Lasten der Kinder geht.

Gerade frühkindliche Bildung kann erheblich dazu beitragen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien bessere Lebenschancen erhalten. Diese Chancen will nun die Koalition mit ihrem zweifelhaften Anreizsystem verspielen.

Neben einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wäre die Einführung einer Kindergrundsicherung, die Familien tatsächlich in die Lage versetzt, ihren Kindern bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu gewähren, ein besserer Schritt.