Rosemaire Hein

"Schulfrieden" in NRW: SPD und Grüne zementieren das gegliederte Schulsystem

"Mit dem sogenannten Schulkonsens wird in NRW die Chance auf eine bessere Schule weitgehend begraben. Das gegliederte Schulsystem bleibtunangetastet", kommentiert Rosemarie Hein den vereinbarten schulpolitischen Konsens der Koalition und der CDU in NRW. Die bildungspolitische Sprecherin des Parteivorstands der LINKEN weiter:

Das Ganze ist ein ziemlich durchsichtiges Manöver der CDU zur Sicherung des gegliederten Schulsystems, weil sie glaubt, damit die Exklusivität des Gymnasiums bewahren zu können. Der Grundkritik am gegliederten Schulsystem kann man aber so nichts Wirksames entgegensetzen. Was nützt es da, dass in der vergangenen Woche ein hochdotiertes Symposium zur sozialen Gerechtigkeit im Bildungssystem an der Bochumer Ruhr-Universität stattgefunden hat, auf dem die frühe Entscheidung über den Bildungsweg als völlig überholt und falsch gegeißelt worden ist, wenn zur gleichen Zeit die CDU mit der Koalition einen rückwärtsgewandten Deal aushandelt. In Nordrhein-Westfalen hat die SPD mit diesem sogenannten Kompromiss Fortschritte in der Bildungslandschaft verhindert und die Zementierung eines überholtengegliederten Bildungssystems erfolgreich betrieben. SPD und Grüne haben sich völlig ohne Not auf diesen Deal eingelassen und einen "Markenkern" ihrer Koalitionsvereinbarung geopfert. Was der Preis sein wird, werden Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, aber auch Lehrerinnen und Lehrer schnell merken.

Es scheint so, als ob die einzige Garantin für eine Beendigung der frühen Ausgrenzung in der Bildung nun DIE LINKE ist, die amzielstrebigen Übergang zu Gemeinschaftschulen festhält. Das gilt für NRW ebenso wie für Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und alle anderen Bundesländer.