Ali Al Dailami

Große Worte, kleine Taten

Zur Ankündigung des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerkes (ZDH), Otto Kenzler, aufgrund des drohenden Fachkräftemangels, verstärkt um Schulabgänger mit Migrationshintergrund zu werben, erklärt der migrationspolitische Sprecher der Partei Ali Al Dailami:

Seit Jahren kündigen Vertreter der Wirtschaft an, jungen Menschen mit Migrationshintergrund bessere Chancen im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ermöglichen zu wollen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Nur 25 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bekommen überhaupt einen Ausbildungsplatz.

Es machen doppelt so viele von ihnen keinen Schulabschluss, und es gehen doppelt so viele von ihnen auf die Hauptschule. Das hat auch Auswirkungen darauf, wie viele von ihnen die Fachhochschul- oder Hochschulreife erlangen, ob sie eine Berufsausbildung machen und wie das spätere Erwerbsleben verläuft.

Diese Zahlen sind Resultate einer seit Jahrzehnten verfehlten Schul- und Ausbildungspolitik und einer verfehlten Integrationspolitik an sich.

Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, die 13.500 Betriebe einbezogen hat, hat ergeben, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt. Gäbe es diesen, so hätte man schon längst den unhaltbaren Zustand aufgehoben, dass sich 500.000 Akademikerinnen und Akademiker mit einfachsten Tätigkeiten abfinden müssen, weil ihre im Ausland erworbenen  Abschlüsse nicht anerkannt werden.

DIE LINKE fordert die Verankerung des Rechts auf Ausbildung im Grundgesetz. Betriebe, die nicht ausbilden und somit ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nicht nachkommen, sollen eine Ausbildungsplatzabgabe zahlen. Den schönen Worten müssen endlich Taten folgen.