Inga Nitz

Bildungsstreik auch für das Recht auf Ausbildung

Der Ausbildungsbedarf in Deutschland ist laut einer aktuellen Studie offenbar viel höher als bisher angenommen. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Inga Nitz:

Schuld an der Ausbildungsmisere trägt die Bundesregierung. Mit der gebetsmühlenartigen Verteidigung des Ausbildungspaktes hat sie die Zukunft vieler junger Menschen verspielt.

Wie die Studie zeigt, ist die Selbstverpflichtung Makulatur. Die Ausbildung junger Leute darf nicht dem Gutdünken von Unternehmen überlassen werden, sondern gehört zur Pflicht. Durch Wartezeiten und prekäre Arbeitssituationen wächst der Druck auf Schulabgänger, sich auf perspektivisch nicht geklärte Vertragsverhältnisse einzulassen. Vor allem in den östlichen Bundesländern hält die Abwanderung junger Menschen an. Der Wille und die Motivation der Jugendlichen zur Ausbildung sind vorhanden, sonst würden nicht Tausende beim bundesweiten Bildungsstreik auf die Straße gehen.

DIE LINKE erneuert ihre Forderungen nach einer Verankerung des Rechts auf Ausbildung im Grundgesetz und nach einer Ausbildungsplatzumlage. Damit könnten gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise Kredite bzw. Zuschüsse für die Ausbildung in kleinen und mittelständischen Unternehmen finanziert werden. Darüber hinaus setzt sich DIE LINKE für eine höhere Qualität der Ausbildung und Mindestausbildungsvergütungen ein. Es gilt das duale Ausbildungssystem zu stärken. Nach dem Schulabschluss brauchen junge Leute eine gute Ausbildung und gehören nicht aufs Abstellgleis mit berufsvorbereitenden Maßnahmen oder eine Fülle von Praktika, die nur einen Zweck haben – die Monatsstatistik der Arbeitsagentur zu bereinigen. Das sind Zahlenspielereien und Augenwischerei auf Kosten Ausbildungsplatzsuchender.