Rosemarie Hein

Kein Grund zur Zufriedenheit

Zur heutigen Vorstellung des Familienreports 2009 erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Zur Zufriedenheit ist trotz steigender Geburtenzahlen kein Grund. Immer noch sind Kinder ein hohes Armutsrisiko für Familien. Immer noch sind Kinder aus sozial schlechter gestellten Elternhäusern bei Bildung und Ausbildung benachteiligt. Und die Entscheidung für ein Kind ist in den meisten Bundesländern immer noch mit einem Karriereverzicht oder dem Verzicht auf berufliche Perspektive für mehrere Jahre verbunden. Dafür spricht auch, dass sich vor allem Frauen jenseits des dreißigsten Lebensjahres für ein Kind entscheiden, weil dann die berufliche Entwicklung einen gewissen Stand erreicht hat.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist besonders in den ersten Lebensjahren des Kindes für viele Familien nicht möglich. DIE LINKE fordert darum ein größeres Engagement bei der familiengerechten Ausgestaltung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz. Dass mehr als die Hälfte der nicht berufstätigen Mütter den Wunsch nach eigener beruflicher Tätigkeit hat, diesen Wunsch aber für eine hohe Betreuungsqualität für ihre Kinder zurückstellt, belegt, dass Eltern in hohem Maße verantwortungsvoll handeln. Es ist hohe Zeit, dass auch die Politik im Bund und vor allem in den westdeutschen Bundesländern eine solche Verantwortung an den Tag legt, wenn es um die Ausgestaltung der Betreuungsangebote und eine solide Ausbildung des dafür erforderlichen Personals geht. Der LINKEN geht es dabei nicht nur um die Möglichkeit von beruflicher Tätigkeit für Mütter und Väter, sondern für ein anspruchsvolles Bildungsangebot vom frühen Kindesalter an.