Katja Kipping

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

"Die Regelsätze für Kinder in Hartz-IV-Familien sind deutlich zu niedrig", sagt die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping mit Blick auf die morgen anstehende Verhandlung vor dem Bundessozialgericht zu den Kinderregelsätzen bei Hartz IV. Sie erklärt:

DIE LINKE fordert die sofortige Anhebung der Kinderregelsätze auf rund 300 Euro und  in einem zweiten Schritt die Einführung einer eigenständigen Kindergrundsicherung.              

Wenn Kinder in Armut leben müssen, ist dies für eine reiche Welt ein beispielloser Skandal. Die Regelsätze für Kinder in Hartz-IV-Familien sind deutlich zu niedrig. Abgeleitet werden sie von den Regelsätzen für Erwachsene, die ebenfalls extrem zu niedrig sind.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum Kinder und Heranwachsende nur deswegen weniger Bedürfnisse haben sollen, weil sie jünger sind. Im Gegenteil: Kinderbekleidung ist oft sogar teurer als Kleidung für Erwachsene und muss häufiger gekauft werden. Eine Aufwachsende hat eben wachsende Füße, spezielle Lebensmittel und Schulmaterialien kosten extra Geld. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie sind eigenständige Wesen mit eigenständigen Ansprüchen. Es wäre zu begrüßen, wenn die Rechtsprechung diesen Grundsatz berücksichtigen würde.