BAG Bildungspolitik

Zur Entwicklung der Einheitsschulidee – Konsequenzen für die Bildungspolitik der Partei DIE LINKE

Günter Wilms, Referat auf der Bildungspolitischen Konferenz

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, an dem ich erstmalig mit dem Problem einer Schule konfrontiert wurde, in der alle Schüler gemeinsam vom ersten bis zum achten Schuljahr lernen. Das war am 12. Dezember 1945, als wir Teilnehmer an einer sog. Laienlehrerprüfung gefragt wurden, wie der Unterricht in einer solchen Schule gestaltet sein müsste und wovon der Unterrichtserfolg abhänge.

Wenig später, im Mai 1946, wurde in der Sowjetischen Besatzungszone das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule verabschiedet, in dem es heißt: „Die demokratische Einheitsschule umfasst die gesamte Erziehung vom Kindergarten bis zur Hochschule.“ Die achtjährige für alle Kinder gemeinsame Grundschule ist grundlegender Bestandteil dieser Einheitsschule.

Die kommenden Wochen und Monate waren wir Lehrerinnen und Lehrer damit beschäftigt, neben unserem eigenen Unterricht und der Erledigung anderer pädagogischer Aufgaben in den Dörfern und Städten unseres Kreises den Eltern und überhaupt den Bürgern diese neue Schule vorzustellen und ihnen die der Einheitsschule zugrunde liegenden schulpolitischen und pädagogischen Ideen zu erläutern. Unser eigenes Wissen darüber war nicht gerade groß und eigentlich unzureichend, aber im Prozess der Diskussion und vor allem in der Auseinandersetzung mit zweifelnden und z.T. auch deutlich ablehnenden Äußerungen lernten wir und wurden von Veranstaltung zu Veranstaltung sicherer.

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