Der 10. Deutsche Seniorentag und die Partei DIE LINKE

Der Parteivorstand hat in seiner Sitzung am 3. und 4. März 2012 Maßnahmen zur aktiven Teilnahme der LINKEN am 10. Deutschen Seniorentag vom 3. bis 5. Mai in Hamburg beschlossen.

Der Deutsche Seniorentag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Ja zum Alter". Die Rede ist von einem bundesweiten Erfahrungsaustausch über seniorenpolitische Themen zwischen Seniorenverbänden, Politikern, Alterswissenschaftlern, Medizinern und sozialen Diensten. Der Seniorentag wird alle 3 Jahre durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO organisiert. Die Seniorenarbeitsgemeinschaft der LINKEN wurde 1998 Mitglied dieser Dachorganisation der Seniorenzusammenschlüsse und beteiligt sich seit dieser Zeit aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Seniorentage sowie der damit verbundenen Seniorenmesse SenNova. Sie pflegt zur BAGSO vielfältige Kontakte und schöpft daraus Nutzen für die eigene Arbeit und die Seniorenpolitik der LINKEN. Der 10. Deutsche Seniorentag und die SenNova bieten immer wieder Gelegenheit, Genossinnen und Genossen für Seniorenpolitik zu interessieren, neue Erfahrungen und Forschungsergebnisse auf dem Felde der Seniorenpolitik kennen zu lernen und die seniorenpolitischen Positionen der LINKEN auch auf diesem Wege in den alten Bundesländern bekannt zu machen. Klaus Ernst, der Vorsitzende unserer Partei, ist Gast des Seniorentages. Welche "Bedeutung" die politische Klasse unseres Landes der Bevölkerungsgruppe der Seniorinnen und Senioren beimisst, lässt die angekündigte Anwesenheit des Bundespräsidenten, der Kanzlerin, mehrerer Minister, Bundestagsabgeordneter sowie der Repräsentanten gesellschaftlicher Organisationen in Hamburg erkennen. Es ist sicher auch kein Zufall, dass die Bundesregierung jetzt, kurz vor dem Seniorentag, mit einem Strategiepapier zum demographischen Wandel aufwartet. Die Lösungsvorschläge, hin zu mehr Komplexität in der Seniorenpolitik, könnten durchaus in die richtige Richtung weisen. Das jedoch, was bisher bekannt wurde, zeigt allerdings einen gravierenden "Strickfehler". Die Alternative zu immer mehr alten Menschen in der Gesellschaft in immer mehr Leistungskürzung zu suchen, heißt das Alter abzuwerten und ist mit Sicherheit nicht zielführend. Wenn das kreative Potenzial dieser Bevölkerungsgruppe für das Gemeinwohl immer mehr Gewicht erhält, dann ist nicht Abwertung sondern Aufwertung des Alters in der Gesellschaft angesagt. Entgegen aller Sonntagsreden neoliberaler Politiker über die Achtung der Lebensleistung der alten Generation besteht jedoch ihre praktische Politik auf ganzer Linie in eben dieser Leistungskürzung bei den Seniorinnen und Senioren. Programmierte Altersarmut durch ständige Ausdehnung des Niedriglohnsektors, Rentensenkungsfaktoren in der Rentenformel, Rente mit 67, Abwälzung des "Arbeitgeberanteils" der Pflegeversicherung auf die Rentnerinnen und Rentner, Altersdiskriminierung der Beschäftigten über 50, offenes Schwadronieren über die Begrenzung medizinischer Leistungen im hohen Alter, ständiges Schüren des Generationenneides u.v.m. senken das Lebensniveau und widerspiegeln die wirkliche Wertschätzung des Alters durch die neoliberalen Parteien.

Wenn DIE LINKE ihr humanistisches Altenbild glaubhafter vermitteln und mehr Stimmen aus dem wachsenden Wählerreservoire der Rentnerinnen und Rentner gewinnen will,dann muss sie die tatsächlichen Folgen des demokratischen Wandels in ihrer ganzen Vielschichtigkeit zur Kenntnis nehmen, konkrete, überzeugende Konzepte für die spezifischen Bedürfnissen der Menschen im Alter erarbeiten und dabei ihren ganzen Lebensverlauf im Blick haben. Weil sich demographische Prozesse als äußerst komplex und langwierig erweisen, braucht Linke Seniorenpolitik zudem einen langen Atem mit dem Ziel, einer neuen Kultur des Alterns und des Alters in der Gesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen.

H.S.