Die Potenziale der Seniorenpolitik im Wahlkampf besser zur Geltung bringen

Information des Sprecherrates der LAG Senioren Sachsen-Anhalt

Der Sprecherrat der LAG Senioren Sachsen-Anhalt traf sich am 21. Februar, um den Arbeitsplan 2013 zu starten. Anwesend waren 10 Genossinnen und Genossen sowie die Landesgeschäftsführerin Jenny Schulz, vom Bundessprecherrat Helmut Schieferdecker. In der Debatte ging es um eine Verständigung über personelle, organisatorische und inhaltliche Voraussetzungen, um die Möglichkeiten der Seniorenpolitik künftig wirksamer in den Wahlkampf einzubringen.

Kritische Anmerkungen zur eigenen sowie zur Arbeit des Landes- und des Parteivorstandes gehörten ebenso dazu wie Erfahrungen aus der Arbeit der Kreis-AG und Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Arbeit.

  • Die jüngst stattgefundene Veranstaltung der Stadt-AG Magdeburg zur Altenpflege fand gute Resonanz. Den Kreis-AG wird empfohlen, gemeinsam mit ihren Kreisvorständen in den nächsten Monaten solche oder ähnliche Veranstaltung durchzuführen und damit einen eigenen Beitrag für die bessere Ausschöpfung der Potenziale der Seniorenpolitik im Wahlkampf zu leisten.
  • Gegenstand der Debatte war der Brief des Bundessprecherrates an die Vorsitzenden der Partei, ihren Bundesgeschäftsführer und den Vorsitzenden der Fraktion der LINKEN und die aufgemachte Forderung, die Seniorenpolitik als Teil der Gesamtpolitik der Partei weiter aufzuwerten. Um langfristig eine wirksamere Seniorenpolitik leisten zu können, die auf eine neue Kultur des Alters und des Alterns zielt, gilt es die Herausforderungen ernster zu nehmen, die sich aus der Verschiebung der Altersgrenzen in der Gesellschaft ergeben.
  • Hinterfragt werden sollten auch philosophisch-politische Hintergründe für die zählebige Unterschätzung der Seniorenpolitik in Teilen der Vorstände. Noch immer gäbe es Nachwirkungen bestimmter "Strömungen" vergangener Jahre im Landesverband, den Alten die Fähigkeit abzusprechen, "pragmatische" Politik zu machen. Das berühre zugleich Fragen der innerparteilichen Demokratie. Dort wo die Mitgliederzahl das ermöglicht, sollten Mitgliederversammlung nicht Delegiertenkonferenzen ersetzen, jedenfalls dann nicht, wie geschehen, wenn Genossen, insbesondere ältere, Stehplätze nicht wahrnehmen können und sich so faktisch ausgeschlossen fühlen.
  • Zur Durchführung der auf der Hauptversammlung der BAG gemeinsam verabredeten 4 inhaltlichen Schwerpunktvorhaben im Wahljahr 2013, wird der Landessprecherrat gemeinsam mit den Kreis-AG, den Eigenbeitrag weiter präzisieren.
  • Als einen Bestandteil des Kampfes gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus mit nicht geringer Öffentlichkeitswirkung sehen die Genossinnen und Genossen der Kreis-AG Dessau-Rosslau ihre Initiative zur Pflege der Gedenkstätten antifaschistischer Widerstandskämpfer.
  • Die Senioren-AG Staßfurt macht mit Hilfe ihrer beiden Vertreter in der Seniorenvertretung der Stadt gemeinsame Schnittstellen aus, um für die Initiierung bzw. Verwirklichung eigener seniorenpolitischer Vorhaben mehr Verbündete zu haben. Jüngst gelang eine Verständigung darüber, künftig "Stolpersteine" nicht mehr nur für Opfer jüdischer Herkunft zu stiften sondern auch für antifaschistische Widerstandskämpfer. In Seniorenvertretungen der Kommunen und Regionen zu kandidieren und mitzuarbeiten erweist sich so als wertvoller Hebel, die Seniorenpolitik der LINKEN effektiver zu machen.
  • Die Mitglieder des Sprecherrates der Landes-AG sprachen sich für einen erneuten Versuch einer Beratung mit dem Jugendverband "Sodi" aus, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsame Anliegen der politischen Arbeit auszuloten. Kritisch wurde in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass sowohl programmatisch als auch in der praktischen Politik der Partei die vielfältigen Probleme der Auszubildenden/ Azubis (Qualität der Ausbildung, Entgelt, Übernahme nach der Lehre etc.), also des Nachwuchses der Arbeiterklasse und damit auch potenzieller künftiger Mitglieder unserer Partei, nicht den Stellenwert einnehmen, den diese soziale Gruppierung für DIE LINKE haben müsste.
  • Gegenwärtig sind bereits über 60% der Mitglieder des Landesverbandes älter als 70 Jahre. Für Genossinnen und Genossen in Gemeinden mit nur noch ein oder zwei Mitgliedern unserer Partei, erst recht wenn es sich um ältere handelt, wird es in der derzeitigen Organisationsstruktur zunehmend schwieriger mitzuarbeiten und sich ihre politische Heimat zu erhalten. Die Aufwertung der Arbeitsgemeinschaften des Landesverbandes kann für solche Genossinnen und Genossen eine mögliche Alternative schaffen. Die LAG muss sich mit diesem Thema befassen.
  • Mehrere Genossen bestätigten den hohen Stellenwert der Glückwunschschreiben/Karten des Landesvorstandes an verdiente Genossinnen und Genossen anlässlich von Parteijubiläen und runder Geburtstage. Das gilt umso mehr für Mitglieder im hohen Alter, deren Teilhabe am Parteileben nur noch in der Zahlung ihrer Beiträge besteht und denen solche Gesten übergeordneter Vorstände viel bedeuten. Angeraten wurde, darüber nachzudenken, wie diese Form der Glückwunschübermittlung ansprechender und nachhaltiger gemacht werden kann. Dazu bedarf es mehr noch als bisher der Mithilfe der BO und Arbeitsgemeinschaften, insbesondere, wenn es darum geht, diese Anlässe der betreffenden Genossinnen und Genossen im Blickfeld zu haben und den Landesvorstand zu informieren.