Sachsen

Was wir Sachsen von Thüringen lernen können

Zur kommunalpolitischen Seniorenkonferenz am 8. April 2014 im Erfurter Landtag

DIE LINKE im Thüringer Landtag hatte zur kommunalpolitischen Seniorenkonferenz eingeladen.

Im Blickpunkt dieser Konferenz, zu der ca. 100 Teilnehmer gekommen waren, stand aber nicht die Thematik der älteren Generation als "Kostenfaktor, dement und pflegebedürftig", sondern es wurde über das andere Bild des Alterns diskutiert. Die zentrale Frage in der heutigen Gesellschaft besteht darin: "Was ist uns das Älterwerden wert?"

Nach der Begrüßung durch den Fraktionsvorsitzenden Bodo Ramelow folgte ein sehr interessanter Vortrag von der Geraer Sozialdezernentin Sandra Schöneich über die Arbeit und Aufgaben der Seniorenpolitik am Beispiel der Stadt Gera. Hervorgehoben wurde hier insbesondere die Tätigkeit der Seniorenbeiräte und -beauftragten. Die heutigen Anforderungen an die Seniorenarbeit sind nicht mehr nur in ehrenamtlichen Tätigkeit zu erfüllen. Notwendig ist das Wirken von Seniorenbeauftragten, in größeren Städten über 30.000 Einwohnern sollten sie ganz oder teilweise hauptamtlich tätig sein.

Den Seniorenbeirat der Stadt Gera gibt es seit 2007. Er besteht aus 23 Vertreter/Innen aus den verschiedenen Seniorenvereinigungen. Eine Satzung des Seniorenbeirates wurde vom dem Stadtrat 2012 verabschiedet.

Die heutigen Anforderungen an die Kommunen hinsichtlich der Seniorenpolitik sind sehr vielschichtig und müssen in ihrer Gesamtheit hinsichtlich der wachsenden Zielgruppe Senioren erfasst werden. Eine Sozialplanung mit regelmäßiger Berichterstattung bildet hierfür eine wichtige Arbeitsgrundlage. Die Kernaussage jedoch ist: die Daseinsvorsorge muss in öffentlicher Hand sein - und bleiben!

Die Seniorenbeauftragte der Stadt Erfurt, Dorothea Reuß, berichtete zu Mitwirkungsrechten von Senioren, wobei das in Thüringen verabschiedete Seniorenmitwirkungsgesetz eine gute Grundlage bildet die weiter ausgebaut werden muss.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Jürgen Kubitzki, stellte ein Konzept vor, das der Unterversorgung mit Ärztinnen und Ärzten entgegenwirken soll, insbesondere im ländlichen Raum.

In der regen Diskussion wurde u.a. darauf hingewiesen, dass auch die ältere Generation in der heutigen Zeit sich mit der PC - Technik immer mehr vertraut macht. Daraus kann sich gerade für den allein stehenden und behinderten älteren Menschen ein Kommunikationsmittel erschließen, dass ihm Zugang zu Freunden und Verwandten in aller Welt schafft. Der Sprecher der BAG, Wilhelm Döll, erwähnte, dass die Seniorenpolitik nicht nach Kassenlage in den Kommunen gestaltet werden kann und die Seniorenarbeit nicht FÜR, sondern MIT den Senioren zu leisten ist.

In Sachsen wollen wir gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren am 8. September 2014 in Plauen/Vogtland zur Thema "Senioren im ländlichen Raum und ihre gesundheitliche Betreuung" beraten.

Die Erfurter Konferenz gab uns dazu viele Anregungen.

Peter Müller, Freital