Disput

Dieser Termin steht fest

Die Ostermärsche. Auch 2008 gegen Bundeswehr-Auslandseinsätze

Von Florian Müller

Die Themen der Demonstrationen wechselten im Verlaufe der Jahrzehnte, der Termin ist geblieben: Ostern. Auch in diesem Jahr gingen mehrere Zehntausend Menschen in 80 Städten für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Zahlreiche Mitglieder der Partei DIE LINKE beteiligten sich an den vielfältigen Aktionen vor Ort.

Vielerorts sammelten Friedensgruppen Unterschriften für einen Appell an den Bundestag, das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr nicht zu verlängern. Im Mittelpunkt der Themen standen außerdem der Irak-Krieg und der Nahost-Konflikt. An den Sternmärschen in Frankfurt am Main beteiligten sich trotz niedriger Temperaturen und Schneeregens 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Konzept der militarisierten Außenpolitik sei gescheitert, erklärte Willi van Ooyen, Sprecher des zentralen Ostermarschbüros.

Größere Kundgebungen gab es in Berlin, Dortmund, Stuttgart, Hamburg, Wiesbaden, Rostock und Kassel. Gegen Truppenübungsplätze gab es Widerstand in der Colbitz-Letzlinger Heide (Sachsen-Anhalt) und im thüringischen Ohrdruf. Eine Fahrrad-Demo führte in Mannheim zur Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik. »Bundeswehr raus aus Afghanistan! Deutschland atomwaffenfrei! Grundgesetz verteidigen!«, lautete das Motto des Ostermarschs Ruhr. Die größte Aktion fand wieder im brandenburgischen Fretzdorf statt (ausführlicher dazu auf Seite 12).

Alle Bundestagsabgeordneten müssten sich klar darüber sein, dass sie bei einer Zustimmung zu Auslandseinsätzen Kriegseinsätze bejahen, betonte der Abgeordnete Wolfgang Gehrcke. »Ein Ja zu solchen Einsätzen ist ein Ja zum Töten. DIE LINKE hält es mit dem Antikriegsschriftsteller Wolfgang Borchert: Sag Nein. Wir sagen im Bundestag Nein zum Krieg und wir sagen Nein zum Krieg hier auf den Ostermärschen.«

Vor fünfzig Jahren, 1958, setzte sich in Großbritannien der allererste Ostermarsch in Bewegung: Aus Sorge vor einem Atomkrieg zogen unter dem Ruf »Ban the Bomb« 10.000 Menschen von London zum Atomforschungszentrum Aldermaston. Zwei Jahre darauf begannen in der Bundesrepublik die Osterdemos. So unterschiedlich im Verlaufe der Jahrzehnte die Resonanz auch war –  1968 protestierten 300.000 gegen den Vietnam-Krieg und 1983 sogar 700.000 gegen die Stationierung von Nuklearwaffen auf deutschem Boden –, der Termin steht fest im politischen Jahreskalender.