Disput

Kersten Artus

Geboren 1964. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1983 beschäftigt in der Bauer Verlagsgruppe. Ausbildung zur Verlagskauffrau, später Volontariat, heute Redakteurin. Konzernbetriebsratsvorsitzende. Auf Platz 5 der Landesliste der LINKEN für die Hamburgische Bürgerschaftswahl am 24. Februar. Viel Erfolg!

Was hat Dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die positive Resonanz an unseren Infoständen zur Hamburger Bürgerschaftswahl und die Erfolgswünsche im Wahlkampf von vielen im Betrieb.

Was ist für Dich links?
Vier Ebenen, die nebeneinander stehen und unabdingbar sind. Erstens: Einsatz für soziale Gerechtigkeit in Verbindung mit aktiver Armutsbekämpfung. Zweitens: Ausbeutung des Menschen durch den Menschen als Hauptursache benennen. Drittens: Einsatz für Frieden und Völkerverständigung. Viertens: Frauengleichstellung in allen Lebensbereichen.

Worin siehst Du Deine größte Schwäche, worin Deine größte Stärke?
Meine größte Schwäche: Ungeduld. Meine größte Stärke: Mut.

Was war Dein erster Berufswunsch?

Verkäuferin – um das Einzelhandelsgeschäft meiner Eltern übernehmen zu können.

Wie sieht Arbeit aus, die Dich zufrieden macht?
Ich kann mir die Zeit einteilen, ich kann das Ergebnis bestimmen. Ich lerne dabei. Ich verdiene ausreichend Geld damit. Bestensfalls erhalte ich auch noch immaterielle Anerkennung.

Wenn Du Parteivorsitzende wärst ...
... würde ich mein Büro rosa streichen und die Durchsetzung feministischer Ziele zur allgemeinen Querschnittsaufgabe erklären.

Was regt Dich auf?
Wenn jemand zwar austeilen, aber nicht einstecken kann. Und Leute, die ihre Wortbeiträge beginnen mit: »Ich fasse mich kurz«, in der Regel sind das Männer.

Wann und wie hast Du unlängst Solidarität gespürt?
Ich empfinde mein Zusammenwirken mit anderen in der LINKEN, in der Gewerkschaft ver.di und in den Betriebsräten, in denen ich arbeite (örtlich, im Konzern und im Europäischen Betriebsrat), als ständiges solidarisches Miteinander.

Wofür gibst Du gerne Geld aus?
Für Dinge, die mein Leben leichter machen und Genuss versprechen.

Möchtest Du (manchmal) anders sein, als Du bist?

Als Kind glaubte ich, eine heimlich versteckte Prinzessin zu sein. Heute habe ich mich nicht nur damit abgefunden, zu sein, wer ich bin – ich bin mit meinem Weg einverstanden und überwiegend zufrieden mit mir.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Beides muss sein. Ich nehme mir oft Menschen zum Vorbild, die ich konkret erlebe. Vorbilder sind für mich Frauen und Männer, die kluge Nachdenker/-innen sind und prizipientreu bleiben, wenn sie unter Druck geraten.

Wann fühlst Du Dich gut?
Mit dem Notebook auf dem Sofa und dicken Socken an den Füßen.

Wo möchtest Du am liebsten leben?

Wo ich jetzt lebe: im Hamburger Schanzenviertel.

Wie lautet Dein Lebensmotto?
Wer stark ist, muss auch gut sein. (Pippi Langstrumpf)